Schwerpunkte

Innovationskonferenz DLD

»Taxis, mit denen man zur Arbeit fliegen wird«

23. Januar 2020, 07:30 Uhr   |  Andrej Sokolow, dpa

»Taxis, mit denen man zur Arbeit fliegen wird«
© Kitty Hawk

Autonom fliegende Taxis - an dieser Vision arbeitet Sebastian Thrun, der sich als Roboterauto-Pionier bei Google einen Namen gemacht hat und jetzt Chef von Kitty Hawk ist. Das Unternehmen entwickelt elektrische Flugmaschinen.

Roboterauto-Pionier Sebastian Thrun will nun mit Lufttaxis den Verkehr in Großstädten revolutionieren. »Die Vision sind Taxis, mit denen man zur Arbeit fliegen wird, statt zur Arbeit zu fahren«, sagte Thrun auf der Innovationskonferenz DLD in München.

»Das klingt verrückt - aber das ist es nicht.« Der aus Deutschland stammende Thrun stand vor über zehn Jahren an den Anfängen von Googles Roboterwagen-Programm. Aktuell ist er Chef der Firma Kitty Hawk, die elektrische Flugmaschinen entwickelt.

Bis zum Betrieb dieser Lufttaxis würden weniger als 10 oder 15 Jahre vergehen, sagte Thrun der Deutschen Presse-Agentur. Allerdings brauche die Zertifizierung für den Flugbetrieb zwei oder drei Jahre. Kitty Hawk sei dabei, die Fertigung in Griff zu bekommen und das System sicherer zu machen. »Wir sind überhaupt noch nicht auf der Sicherheitsstufe, auf der wir sein müssen«, sagte Thrun mit Blick auf die rigorosen Anforderungen in der Luftfahrt-Branche.

»Es gibt keinen Grund, warum wir nicht sicher sein sollten«, betonte der Informatiker, der in das Projekt seinerzeit ohne vorherige Luftfahrt-Erfahrung ging. So habe das neue Modell Heavyside acht Motoren - »wenn einer ausfällt, kein Problem«. Außerdem seien Fallschirme vorgesehen, die auf einer Höhe von 30 Metern griffen.

Zur Vision gehört, dass die Maschinen autonom fliegen. Das sei in der Luft leichter umzusetzen als auf der Straße, sagte Thrun. Kitty Hawk wolle zumindest am Anfang auch einen eigenen Flugtaxi-Service haben - »weil es im Moment keinen gibt, der das für uns betreiben könnte«. Bei Ubers geplanter Lufttaxi-Plattform Elevate will die Firma nicht mitmachen - weil man unterschiedliche Auffassungen von dem Geschäft habe. Erst vor wenigen Tagen hatte der koreanische Autobauer Hyundai den Prototypen eines Flugtaxis vorgestellt, das auf der Uber-Plattform eingesetzt werden soll.

Seite 1 von 2

1. »Taxis, mit denen man zur Arbeit fliegen wird«
2. Einschränkungen der Technik

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Forscher entwickeln Roboterhaut
Conrad setzt Roboter als Verkäufer ein
Tech Data vertreibt Software-Bots
Speed-Dating mit Robotern
KI als Wachstumsturbo

Verwandte Artikel

dpa, Google

Robotics