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Smart Farming

Tablet, Smartphone und Sensoren auf dem Acker

25. November 2019, 16:32 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

Tablet, Smartphone und Sensoren auf dem Acker
© kosssmosss - AdobeStock

Experten sprechen von einer Revolution in der Landwirtschaft. Mit digitaler Technik sollen gleich mehrere Fliegen mit einer Klappe geschlagen werden: eine Arbeitserleichterung für Landwirte und mehr Umweltschutz. Das sogenannte Smart Farming ist in aller Munde.

GPS-gesteuerte Maschinen, Drohnen im Steillagen-Weinbau, Sensoren für exaktes Düngen oder Wässern - die Digitalisierung macht vor der Landwirtschaft nicht Halt. Vielmehr ist sie gerade hier auf dem Vormarsch. Der Landmaschinen-Riese John Deere etwa, der sein europäisches Entwicklungszentrum in Kaiserslautern hat, sieht die digitale Revolution auf dem Acker angekommen. Smart Farming, Landwirtschaft mit moderner Informations- und Kommunikationstechnologie, soll Ernteausfälle verringern, Ressourcen und die Umwelt schonen, Pflanzenschutzmittel sparen. Bei allen Vorteilen verändert sie das Berufsbild des Landwirts stark, birgt auch Risiken und stößt bisweilen an ganz praktische Grenzen.

»Ich sehe in der Digitalisierung der Landwirtschaft große Chancen sowohl für den Arbeitsalltag der Landwirte als auch für die umwelt- und klimaschonende Bewirtschaftung der Äcker«, sagt der rheinland-pfälzische Landwirtschaftsminister Volker Wissing (FDP). Seine Amtskollegin auf Bundesebene, die Rheinland-Pfälzerin Julia Klöckner (CDU), betont, die Digitalisierung sei kein Selbstzweck, sondern könne Zielkonflikte lösen, ermögliche eine nachhaltigere Erzeugung von Lebensmitteln. Nachwuchsprobleme könnten gelindert werden - »nicht nur, weil Arbeitskraft und Ressourcen eingespart werden, sondern weil Acker und Stall heute “Hightech" sind. Das macht das Berufsbild für die Generation Smartphone attraktiv.«

Digitale Steuerung und digitales Datenmanagement sind zentrale Begriffe des Smart Farming. Dafür wurde am Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) in Bad Kreuznach die GeoBox-Infrastruktur entwickelt. In ihr laufen behördliche Daten zu Boden, Wetter, Erosion, Schädlingen, Feldumrissen oder topographischen Gegebenheiten zusammen und werden Landwirten bereitgestellt - nach dem Open-Source-Prinzip, also grundsätzlich kostenlos. Die Bauern können die Daten schlagbezogen - also auf einzelne Teilflächen bezogen - nutzen und bald auch in einen vom DLR entwickelten Messenger einbinden. Die Agrarministerkonferenz beschloss kürzlich in Mainz, dass das Angebot für die bundesweite Nutzung erweitert werden soll.

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1. Tablet, Smartphone und Sensoren auf dem Acker
2. Autonome Traktoren
3. Unterschätzter Datenschatz

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