Schwerpunkte

Software von Lizengo, Lizenzfuchs, Edeka & Co unter der Lupe

Softwareschnäppchen: Zu schön, um wahr zu sein

04. September 2019, 16:25 Uhr   |  Lars Bube | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Wertloser Produktschlüssel

»Product Keys stellen keine Lizenz dar«
© burdun - AdobeStock

»Product Keys stellen keine Lizenz dar«

Das Problem: Verstoßen Händler hierzulande gegen die rechtlichen Voraussetzungen, erwirbt der Kunde häufig einen wert-losen Produktschlüssel samt Downloadlink, aber keine Nutzungsrechte. Denn allein, dass sich ein Schlüssel aktivieren lässt, sagt über seine Rechtmäßigkeit und damit verbundene Nutzungsrechte noch nicht viel aus. Manche Anbieter scheinen das sogar ganz bewusst als Grundlage ihres Geschäftsmodells zu betrachten und bieten lediglich Aktivierungs- oder Lizenzschlüssel zum Verkauf an, aber keine Lizenzen. Wer solche Details überliest oder den Unterschied nicht kennt, tappt schnell in die Falle.

Darüber können auch die vielen kreativen Produktaufmachungen von Microsoft-Boxen auf diversen Internet-Shops nicht hinwegtäuschen, die es so von Microsoft gar nicht gibt. Professionell gemacht und dazu nicht allzu günstig angeboten, sollen sie Bedenken bei Kunden zerstreuen. Zweifel aber sollten gerade Business-Nutzer nicht leichtfertig vom Tisch wischen. Gleiches gilt selbstredend für Fachhändler und Systemhäuser, die ihren Kunden eine günstigere Lizenzierung anbieten wollen. Auch wenn das Vorgehen zur eigenen Absicherung beim Kauf gebrauchter Software eigentlich relativ einfach ist, hat man sich die rechtlichen Rahmenbedingungen und Verantwortungen erst einmal angeeignet, lassen die möglichen Risiken noch immer viele Unternehmen davor zurückschrecken.

Theoretisch sollte man meinen, dass man Schwierigkeiten einfach aus dem Weg gehen kann, indem man sich für neue Lizenzen entscheidet. Doch auch hier lauern durchaus Fallstricke. So sind Zweifel nach unseren seit mehreren Monaten laufenden Recherchen beispielsweise bei Lizengo angebracht. Die Kölner sprechen neben Privatanwendern mit einem eigenen B2B-Shop explizit auch Unternehmen an und bewerben derzeit preisaggressiv vor allem Microsoft-Produkte. Angeblich handelt es sich durchwegs um »neue« Lizenzen. Doch wie kann Lizengo diese teilweise um über 70 Prozent unter den Preisen der offiziellen Distribution anbieten?

Seite 3 von 12

1. Softwareschnäppchen: Zu schön, um wahr zu sein
2. Follow the Rights
3. Wertloser Produktschlüssel
4. Wirklich alles neu bei Lizengo?
5. Betriebswirtschaftliche Magie
6. Volumenlizenzen verschwiegen
7. Neuware mit eingebauter Erschöpfung
8. Betrug? »Kann so ausgelegt werden«
9. Keine Lizenzüberprüfung gestattet
10. Lottosechser mit Zusatzzahl
11. Mehr Schein als gut
12. Aus dem Schneider?

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Eine Frage der Transparenz
»Es gibt sehr wohl nicht bestandene Audits«
Satte Margen im zweiten Lebenszyklus

Verwandte Artikel

Microsoft , cop software + services, Li-x, MRM Distribution

Distribution

Betriebssystem