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Schwacher Start für Google Stadia

21. Januar 2020, 14:00 Uhr   |  Lars Bube

Schwacher Start für Google Stadia
© Google Stadia

Mit seinem Gaming-Angebot Stadia will Google nicht weniger als eine Revolution der Spielebranche einleiten. Während der Dienst technisch überraschend gut funktioniert, vergrault er die Nutzer jedoch bislang an anderen Stellen.

Als Google im vergangenen Jahr seinen Gaming-as-a-Service-Dienst Stadia ankündigte, ging ein ehrfürchtiges Raunen durch die Games-Branche. Zwar hatten sich auch andere Anbieter zuvor schon – vergeblich – daran versucht, Spiele als Service in die Cloud zu verlagern, allerdings hatte keiner davon auch nur ansatzweise die Mittel und Infrastruktur im Rücken wie der Suchmaschinengigant aus Mountain View im Silicon Valley. Google untermauerte dies mit großspurigen Ankündigungen, als beispielsweise der für die Gaming-Sparte zuständige Manager Jack Buser auf der Gamescom als Zielvorgabe ein Milliardenpublikum nannte. »Die meisten Plattformen erreichen ihr Maximum bei 100 bis 150 Millionen Nutzern. Wir schauen auf Milliarden«, so seine markige Kampfansage an die Konsolenhersteller und den Rest der Branche.

Zwei Monate nach dem Start sieht es jedoch bisher so aus, als müsste die Gaming-Revolution wenn auch nicht abgeblasen, so zumindest doch noch um einige Zeit verschoben werden. Zwar sind die ersten 100 Tage noch nicht vollends herum, dennoch lässt sich jetzt schon sagen, dass der Start alles andere als gut verlief –gerade an Googles eigenen Ansprüchen gemessen. Während Google selbst bisher keine Zahlen nennt, gehen Marktforscher wie Sensortower auf Basis der Downloads der Stadia-App und Ingame-Zahlen davon aus, dass der Dienst nach einer Woche etwa 175.000 Nutzer hatte. Inzwischen soll es rund eine halbe Million Spieler sein. Vergleicht man das mit Konkurrenten wie Microsofts Xbox-Live-Netzwerk, das es auf mehr als 50 Millionen monatlich aktive Nutzer (MAU) bringt, wird schnell klar, dass Stadia noch einen sehr weiten Weg vor sich hat.

Ein besonders anschauliches Beispiel für den schleppenden Start liefern die Nutzerzahlen von Destiny 2, dem unbestrittenen Aushängeschild unter den ersten Stadia-Titeln. Das weltweit äußerst beliebte Spiel ist für die Stadia-Abonnenten derzeit kostenlos enthalten und sollte so eigentlich zahlreiche Interessenten anlocken. Laut dem spezialisierten Spieleportal warmind.io, das über Charlemagne auch Ingame-Nutzerstatistiken führt, spielten zum Stadia-Start allerdings nur knapp ein Prozent auf dieser Plattform. Statt zu steigen, hat sich der Anteil der über Stadia eingeloggten Spieler seither sogar halbiert.

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1. Schwacher Start für Google Stadia
2. Daran krankt Stadia
3. Wo bleibt Stadia Base

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