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»Know-how ist einfach weg«

SAP-Betriebsrat kritisiert Stellenabbau

15. April 2019, 07:57 Uhr   |  Daniel Dubsky

SAP-Betriebsrat kritisiert Stellenabbau
© SAP

SAP-Zentrale in Walldorf

Rund 4.400 Stellen baut SAP derzeit ab. Dadurch verspiele man Kredit, weil plötzlich Ansprechpartner fehlen und Know-how verlorengehe, bemängelt der Betriebsrat.

Ende Januar hatte SAP eine milliardenschwere Restrukturierung angekündigt, in deren Rahmen auch rund 4.400 Jobs wegfallen sollen, darunter voraussichtlich etwa 1.200 in Deutschland. Mit dem Umbau will sich der Softwareriese besser für Zukunftstehmen wie KI und IoT aufstellen, erntet aber Kritik aus den eigenen Reihen. »Know-how ist einfach weg, was man durchaus noch gebraucht hätte. Das zeigen ja auch die Rückholaktionen, von denen man im Nachgang erfahren hat«, erklärte Eberhard Schick, Mitgründer und Mitglied des Betriebsrats bei SAP, gegenüber Reuters.

Während in Deutschland noch offen ist, wie viele und welche Mitarbeiter letztlich auf die Angebote des Freiwilligen- und Vorruhestandsprogramms eingehen, wurde in den USA offenbar schnell gehandelt. Dort seien »ganze Standorte dichtgemacht worden und es fehlten von heute auf morgen Ansprechpartner«, bemängelt Schick und konstatiert: »Da ist viel Kredit verspielt worden.«

SAP selbst betont, es gehe bei dem Umbau nicht darum, zu sparen und die Mitarbeiterzahl zu reduzieren, sondern sich mit Weitsicht neu aufzustellen. Leztlich sollen hinterher mehr Menschen für das Unternehmen arbeiten als zuvor – SAP-Chef Bill McDermott rechnet mit einem Anwachsen der Mitarbeiterzahl von 96.500 im vergangenen auf 105.000 im kommenden Jahr. Dennoch ist für den 24. April, an dem die Zahlen für das erste Quartal veröffentlich werden, auch eine Mitarbeiterversammlung geplant, auf der die Belegschaft noch einmal detailliert über die Pläne und Ziele des Softwareriesen informiert werden soll. Immerhin hatte neben dem Stellenabbau zuletzt auch der Abgang langjähriger Führungskräfte wie Vorstandsmitglied Bernd Leukert, CTO Björn Görke und Cloud-Vorstand Robert Enslin für Unruhe gesorgt.

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