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Nutzen oder der Schaden?

Reverse Engineering, Produktpiraterie und Jailbreaks

13. Januar 2015, 15:52 Uhr   |  Lars Bube

Reverse Engineering, Produktpiraterie und Jailbreaks
© Sergey Nivens - Fotolia

Fremde Systeme und Produkte durchleuchten, verstehen, nachbauen - Das Grundprinzip der Produktpiraterie

Die Unterschiede verschiedener technischer Kopier-Verfahren wie Jailbreaks, Reverse Engineering und Produktpiraterie sind vielfältig. CRN beschreibt, welche Gefahren der Wirtschaft und den Kunden dadurch drohen.

--- canonical[http://www.computerwissen.de/hardware/pc-news/artikel/reverse-engineering-produktpiraterie-und-jailbreaks-ueberwiegt-der-nutzen-oder-der-schaden.html] ---Das Thema Produktpiraterie hat mit der Zeit der Globalisierung immer mehr an Bedeutung und Aktualität gewonnen. Vom gezielten Diebstahl von Technologie durch das sogenannte Reverse Engineering, über die hohe Verbreitung der Wirtschafts- und Industriespionage, bis hin zum Aufbrechen technischer Sicherheitsbarrieren von geschlossenen Betriebssystemen. Die Kosten für die Forschung und Entwicklung von Produkten, Designs und ganzer Marken haben sich im gesättigten und hartumkämpften Weltmarkt erheblich erhöht. »Vorsprung durch Technik« ist daher nicht nur ein bekannter Slogan, sondern der Hauptgrund für die verstärkten Bemühungen der Wettbewerber, sich gegen andere Unternehmen zu behaupten.

Grundsätzlich liegt der Gedanke nahe, dass die Situation für den Endverbraucher durchaus von Vorteil ist – Immerhin gilt im Allgemeinen, dass Konkurrenz das Geschäft belebt und die Preise zugunsten des Kunden senkt. Doch ist diese vergleichsweise schlichte Betrachtungsweise wirklich sinnvoll oder könnte eine differenziertere Art und Weise tatsächlich vielleicht sogar das genaue Gegenteil hervorbringen? Ist der Schaden für Wirtschaft und Industrie etwas, das Konsumenten außer Acht lassen sollten oder gibt es Zusammenhänge, die negative Auswirkungen auf eben diese bedeuten? Sind die günstigeren Produktklone, gestohlenen Konzepte und verletzten Patente tatsächlich ein Gewinn für die Käufer?

1. Was ist Reverse Engineering?

1.1. Definition

Eine der verbreitetsten Methoden für das Erlangen der notwendigen Daten für die Fertigung einer Kopie ist das Reverse Engineering, welches auch als Nachkonstruktion bezeichnet wird. Hierbei wird ein bestehendes fertiges Produkt oder System schrittweise untersucht, um Rückschlüsse auf die Funktionsweise und Zusammensetzung ziehen zu können. Allerdings geht es hierbei nicht darum, allein die Grundlagen zu verstehen, um einen eigenen Prototypen zu entwickeln, welcher von seinem Prinzip her den gleichen Zweck verfolgt. Stattdessen ist das Ziel ein möglichst hundertprozentiges Abbild, um mit den gewonnenen Erkenntnissen die Produktion von Nachbauten zu ermöglichen, mit welchen ein hoher Gewinn erwirtschaftet werden soll. Die Vorgehensweise ist im Grunde bei allen eingesetzten Techniken die gleiche, doch die genauen Schritte variieren zum Teil sehr stark von der Branche und den Produktarten.

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1. Reverse Engineering, Produktpiraterie und Jailbreaks
2. Methoden und Beispiele für Reverse Engineering
3. Produktklone aus Fernost
4. Produktpiraterie und Wirtschaftsspionage
5. Software: Raubkopien, Fälschungen und Plagiate
6. Rechtslage
7. Kein Kavaliersdelikt: Jailbreaks und Roots
8. Gefahren für Verbraucher
9. Fazit: Schmaler Grat zwischen Schaden und Nutzen

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