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Preisvergleiche im Internet verlieren an Bedeutung

09. Oktober 2019, 07:06 Uhr   |  Stephanie Jarnig

Preisvergleiche im Internet verlieren an Bedeutung
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Die Preisunterschiede im Internet sind nicht mehr so groß wie früher. Der Grund: Händler haben die Nachteile von aggressiver Preispolitik erkannt und bemühen sich inzwischen, aus der Preisvergleichbarkeit herauszukommen. Das merken auch die Verbraucher. Viele machen sich die Mühe für die Schnäppchenjagd im Internet gar nicht mehr.

Am Anfang war das Internet der Traum eines jeden Schnäppchenjägers. Wenige Klicks genügten, um den besten Preis für das gewünschte Produkt zu finden - und das Angebot der Onlinehändler lag in aller Regel deutlich unter dem Preis im Laden nebenan. »Aber das ist Vergangenheit«, urteilt der E-Commerce-Experte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein. Den günstigsten Preis für das gewünschte Produkt zu finden ist oft mühsam - und oft verhilft inzwischen nur noch ein alter Trick zum besten Angebot: das klassische Feilschen mit dem Händler vor Ort.

»Die Verbraucher merken selber, dass der Preisvergleich im Internet schwieriger geworden ist. Wenn man sie heute fragt, ist online einkaufen billiger, ist die Antwort oft: Nein«, sagt Heinemann. »Aus der vollkommenen Preistransparenz im Internet ist die völlige Intransparenz geworden, weil die Unternehmen alle nach Wegen suchen, aus der Preisvergleichbarkeit herauszukommen – etwa durch ständige Preisveränderungen, durch schwer durchschaubare Gebühren oder Exklusivangebote.« Heinemann spricht von »Vernebelungstaktiken«.

Der Grund dafür ist einfach. »Preistransparenz ist für den Kunden gut, für den Verkäufer nicht«, erklärt Kai Hudetz, der Geschäftsführer des Instituts für Handelsforschung (IFH) in Köln. Denn sie führt oft zu einer Preisspirale nach unten und lässt die Gewinne der Unternehmen schrumpfen.

Viele Kunden machen es den Händlern allerdings auch einfach. »Die Verbraucher nutzen das Internet heute nicht mehr so intensiv für Preisvergleiche wie früher. Den meisten reicht heute ein Blick auf das Amazon-Angebot. Das wird dann als fairer Preis akzeptiert«, beobachtet Branchenkenner Hudetz. »Sie wissen, dass sie irgendwo vielleicht noch einen günstigeren Preis finden als bei Amazon. Aber sie akzeptieren den möglichen Aufschlag, weil sie das Gefühl haben, dort gut aufgehoben zu sein.«

Dabei kommt die Bequemlichkeit die Kunden oft teuer zu stehen. Denn Stichproben der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kamen zu dem Ergebnis, dass die Händler sehr häufig ihre Produkte auf dem Amazon-Marktplatz teurer anbieten als im eigenen Shop. »Es galt die Produkt-Faustregel: ein Händler - zwei Preise. Und bei 98 der 100 Produkte fand sich der niedrigste Preis im Händler-Shop«, fasste die Verbraucherzentrale das Ergebnis zusammen. Nur in zwei Fällen sei das Angebot auf Amazon günstiger gewesen.

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2. Preisunterschiede trotzdem noch vorhanden

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