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Preisvergleiche im Internet verlieren an Bedeutung

09. Oktober 2019, 07:06 Uhr   |  Stephanie Jarnig


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Preisunterschiede trotzdem noch vorhanden

Und die Preisunterschiede waren teilweise erheblich. So bot ein Händler einen Kaffeeautomaten auf Amazon für 840 Euro an. Auf seiner eigenen Website war das Gerät schon für 673 Euro zu haben - eine Ersparnis von satten 167 Euro. Und wer sich die Mühe machte, noch etwas weiter zu suchen, konnte das Gerät bei einem Konkurrenten sogar schon für 613 Euro entdecken, noch einmal 60 Euro weniger.

Eine in diesem Jahr veröffentlichte Studie des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung kam außerdem zu dem Ergebnis, dass jedes vierte Übernachtungsangebot auf der hoteleigenen Webseite günstiger war als bei einem Buchungsportal.

Die Mühe eines Preisvergleichs kann sich also lohnen. Zur Wahrheit gehört allerdings auch: Die wirklich großen Erfolgserlebnisse für Schnäppchenjäger sind seltener geworden. »Preisvergleichsportale haben vielfach an Bedeutung verloren, nicht zuletzt, weil die Preisunterschiede im Internet heute zumindest bei den seriösen Anbietern nicht mehr so groß sind wie früher«, meint Hudetz. Die Händler hätten gemerkt, dass eine aggressive Preispolitik eine scharfe Waffe ist, mit der man sich auch leicht selbst Schaden zufügen kann und agierten nicht mehr so aggressiv wie früher.

Wer wirklich ein Schnäppchen machen will, sollte deshalb überlegen, ob er sich nicht besser auf eine Sparstrategie besinnt, die so alt ist wie der Handel selbst: Das Feilschen. »Die wenigsten von uns feilschen gerne und eine Weile lang hat uns das Internet diese Mühe abgenommen, weil man irgendwo immer ein supergünstiges Angebot fand«, sagt Hudetz. Aber inzwischen seien die meisten Händler bei ihrer Preispolitik im Internet vorsichtiger geworden. »Deshalb wird es wieder spannender mit dem Händler persönlich über einen Preisnachlass zu verhandeln. Da geht vielleicht noch etwas, weil dieser Rabatt dann ja nicht gleich für alle anderen gilt«, rät der Branchenkenner.

Heinemann sieht hier sogar schon einen Trend. »Der Kunde kann im Internet nicht über den Preis verhandeln. Im Laden kann er das – und er tut es auch immer öfter. Dadurch kommen im Endeffekt tatsächlich oft günstigere Preise heraus als im Internet.«

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