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SAP im Wandel

Plattner macht die Ansagen

22. Mai 2020, 13:26 Uhr   |  Marco Engemann, dpa-AFX | Kommentar(e)

Plattner macht die Ansagen
© SAP

Christian Klein, Vorstandssprecher (CEO) der SAP

Bäumchen-wechsle-dich im Vorstand und unzufriedene Kunden bei SAP: Das deutsche Tech-Unternehmen hat aktuell einige schwierige Aufgaben zu meistern. Vorstandschef Christian Klein soll es richten. Mitbegründer Hasso Plattner gibt aber den Weg vor.

Europas größter Softwarehersteller SAP will seine Probleme entschlossener anpacken. Zuvorderst steht dem jungen Vorstandschef Christian Klein neben der Corona-Krise die Mammutaufgabe ins Haus, die Kunden wieder zufriedenzustellen und den Flickenteppich aus vielen Produkten zu einem großen Ganzen zu formen (CRN berichtete). Aufsichtsratschef und Mitgründer Hasso Plattner gab rund um die Hauptversammlung am Mittwoch die Linie vor: Vor allem die für viele Milliarden zugekauften Cloud-Firmen in den USA werden wohl künftig eine härtere Linie aus der Walldorfer Zentrale zu spüren bekommen. Zudem will Plattner entgegen bisheriger Pläne auch nach 2022 Oberkontrolleur bleiben.

Dem tatkräftigen 76-Jährigen geht das Umsteuern des Dax-Schwergewichts aktuell - auch in der Covid-19-Krise - nicht schnell genug. Die im Oktober berufene Doppelspitze im Vorstand hätte den Konzern eigentlich gemeinsam umbauen und die Kunden wieder stärker in den Fokus nehmen sollen. »Doch die Diskussionen um die Strategie der SAP sind seit Jahresbeginn langsamer vorangekommen als gedacht«, sagte Plattner in einer Videobotschaft an die Aktionäre.

Kurzerhand löste er die Doppelspitze im April wieder auf, mit Jennifer Morgan fiel dem auch die erste Frau an der Spitze eines Dax-Konzerns zum Opfer (CRN berichtete). Die Krise erhöhe den Druck für Unternehmen, schnell zu entscheiden, sagte Plattner. »Und wir können es uns nicht leisten, uns durch interne Differenzen zu lähmen.« Morgan bekam eine Abfindung von 15 Millionen Euro für ihr vorzeitiges Ausscheiden, wie Aufsichtsratsmitglied Friederike Rotsch sagte, die stellvertretend für Plattner die Online-Hauptversammlung leitete.

Auch gegen Ex-Vorstandschef Bill McDermott und seine Strategie der losen Einbindung von Zukäufen teilte Plattner schon vorab in einem Interview mit dem »Handelsblatt« aus. »Die Idee, alle einfach selbstständig und eigenverantwortlich laufen zu lassen, mag wirtschaftlich sogar noch Sinn gemacht haben«, sagte Plattner dem Blatt. »Technologisch haben wir trotzdem nicht die richtige Entscheidung getroffen.« Das habe Zeit gekostet und den Konzern auch mental zurückgeworfen. »Die Integration, die funktioniert bei SAP immer noch nicht komplett«, monierte Plattner.

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1. Plattner macht die Ansagen
2. Ende von »Unsicherheit und Unruhe«

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