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Otto-Group wandelt sich zum Marktplatz

Otto verkauft jetzt auch Software

11. Februar 2020, 11:18 Uhr   |  Eckart Gienke, dpa

Otto verkauft jetzt auch Software

Der Otto-Konzern wandelt sich von einem Versandhaus zu einem Marktplatz, auf dem auch andere Unternehmen ihre Waren anbieten. Dabei rückt die Technik in den Mittelpunkt. Der Konzern verkauft jetzt auch Software.

Für den Handels- und Dienstleistungskonzern Otto Group ist innovative Technik in den Mittelpunkt des strategischen Denkens gerückt. »Der wichtigste Treiber für Erfolg im E-Commerce ist Technologie«, sagte Konzernvorstand Sebastian Klauke am Montag in Hamburg. »Wir setzten auf technologische Exzellenz in der Breite und der Spitze der Otto Group.« Die Wandlung des Otto-Konzerns zu einem technologiegetriebenen Unternehmen sei gegenwärtig eines der größten, anspruchsvollsten und spannendsten IT-Projekte in Europa.

Technologie sei allerdings kein Selbstzweck, sondern diene immer dem besseren Kundenerlebnis. Ein Beispiel sei die Software, die das Startup About You entwickelt habe, das mittlerweile einen Umsatz von mehr als 740 Millionen Euro erreiche und in zehn europäischen Ländern aktiv sei. Die About You Cloud funktioniere auf allen mobilen Endgeräten, sei skalierbar und anpassungsfähig für verschiedene Benutzeroberflächen. Die Benutzerinnen und Benutzer erhalten Otto zufolge aktuelle und passgenaue personalisierte Informationen wie in einem Modemagazin, die sie unmittelbar zu weiteren Käufen nutzen können.

About You, an dem neben Otto mittlerweile ein weiterer Gesellschafter beteiligt ist, verkauft die Software auch an andere Handelsunternehmen. Zwar habe About You noch nicht die Gewinnschwelle erreicht, sagte Klauke. Das mache Otto aber keinesfalls nervös, weil das Unternehmen strukturell profitabel sei und lediglich das schnelle Wachstum weitere Investitionsmittel erfordere. »Wir liegen bei About You besser als geplant«, sagte er.

Die Otto Group hat im laufenden Geschäftsjahr, das am 29. Februar endet, voraussichtlich rund 8,1 Milliarden Euro im elektronischen Handel umgesetzt, im Vergleich zu 7,7 Milliarden Euro im Geschäftsjahr zuvor. Das entspricht einem Wachstum von 5,5 Prozent. Auf Deutschland entfallen davon rund 5,5 Milliarden Euro, nach 5,3 Milliarden Euro im Vorjahr. Dabei habe sich ausgezahlt, dass Otto seine Investitionen strategisch auf einige Fokusfirmen konzentriere, denen sie besonders gute Wachstums- und Ertragschancen im E-Commerce zutraue.

Dazu zählt auch die Einzelgesellschaft Otto, das ist der frühere Otto-Versand und auch heute noch eine der Kerngesellschaften des Konzerns. Otto beschäftigt allein 1.100 IT-Fachkräfte und wird seit einiger Zeit zu einem Marktplatz erweitert, auf dem auch andere Unternehmen anbieten. In der Zukunft werde sich der Kunde online einer noch größeren Vielfalt und mehr Auswahlmöglichkeiten gegenübersehen.

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