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Nach Corona-bedingter Stagnation

Online-Handel kehrt in die Wachstumsspur zurück

06. Juli 2020, 10:09 Uhr   |  Daniel Dubsky | Kommentar(e)

Online-Handel kehrt in die Wachstumsspur zurück
© Cybrain - AdobeStock

War zunächst auch der hiesige Online-Handel von der Corona-Krise betroffen und musste Einbußen hinnehmen, so geht es mittlerweile wieder deutlich aufwärts – vor allem Waren des täglichen Bedarfs verzeichnen große Zuwächse.

Musste der Online-Handel im ersten Quartal noch stagnierende Umsätze hinnehmen, weil im März durch die Corona-Krise auch die Verkäufe über das Internet einbrachen, so gab es im zweiten Quartal 2020 nun wieder ein Wachstum zu verzeichnen – ein überdurchschnittliches sogar. Um 16,5 Prozent auf 20,2 Milliarden Euro kletterten die E-Commerce-Umsätze im Zeitraum April bis Juni laut Bundesverband E-Commerce und Versandhandel Deutschland (bevh), und das obwohl das bislang sehr wichtige Segment der digitalen Dienstleistungen, zu dem Ticketverkäufe und Reisebuchungen zählen, weiter unter dem Verbot größerer Veranstaltungen und der Reiszurückhaltung der Bundesbürger leidet. Um 71,6 Prozent gingen hier die Umsätze gegenüber dem Vorjahreszeitraum zurück und lagen bei nur noch knapp 1,4 Milliarden Euro.

Dafür werden zunehmend Waren des täglichen Bedarfs online geordert, etwa Lebensmittel, Drogerieprodukte, Medikament oder Tierbedarf. Mit einem Plus von 51,2 Prozent im zweiten Quartal war dies der wachstumsstärkste Bereich im deutschen E-Commerce. Der habe sich damit »nachhaltig als zusätzliche Versorgungsinfrastruktur etabliert«, konstatiert Christoph Wenk-Fischer, Hauptgeschäftsführer des bevh. Er verweist auf einen Befragung, in der gut jeder Zweite angab, aufgrund der Erfahrungen in der Corona-Krise künftig mehr online zu bestellen.

Auch im Bereich »Computer, Zubehör und Spiele« gab es ein deutlich zweistelliges Umsatzplus zu verzeichnen: um 15,5 Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Euro. Von den höheren Einnahmen im E-Commerce profitieren allerdings vor allem die Internet Pure Player. Sie steigerten sich im zweiten Quartal 2020 um 20,8 Prozent, während Multichannel-Versender nur durch das starke Wachstum klassischer Versandhändler und von Versandapotheken um 10,6 Prozent zulegten. Die Online-Umsätze der stationären Händler gingen demgegenüber nur um 4,7 Prozent nach oben.

»Auch wenn diese Zahlen ernüchtern, haben viele stationäre Händler in der Krise erstmals konsequent mit dem Online-Handel begonnen. Dadurch wachsen die Chancen, dass Multichannel-Anbieter künftig wieder Boden gut machen«, sagt Wenk-Fischer.

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