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Neue Plattformen für Cloud und E-Commerce

Nur Bechtles Akquisitionsmotor stottert

22. März 2017, 10:40 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 3 .

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So viele strategische Projekte gleichzeitig hat Bechtle-CEO Thomas Olemotz noch nie in Angriff genommen
© CRN

So viele strategische Projekte gleichzeitig hat Bechtle-CEO Thomas Olemotz noch nie in Angriff genommen

Eigentlich besteht Bechtle aus zwei Unternehmungen: Systemhausgeschäft einschließlich Managed Services in Deutschland, Österreich und Schweiz (zwei Milliarden Euro) und IT-Handel für gewerbliche Kunden über E-Commerce-Plattformen in 14 europäischen Ländern (eine Milliarde Euro). Mit dem ambitionierten Projekt »Next« geht Bechtle jetzt erstmalig an die Verzahnung dieser beiden Sparten. Konkret: Die seit 1995 in Eigenregie programmierte E-Commerce-Plattform, mit der Bechtle-Mitbegründer Gerhard Schick den Onlinehandel für die Schwaben erschlossen hatte, hat ausgedient und wird durch Systeme des von SAP 2013 geschluckten Shopsoftware-Spezialisten Hybris ersetzt. Anschließend sollen nach und nach alle IT-Dienste, die Cloud-Services sowie Kontaktdaten der Bechtle-Systemhäuser intelligent mit den Produktbestellungen verknüpft werden. Bechtle will Kunden nicht nur auf additionale Produkte sondern vor allem auf Serviceleistungen wie Integrationsdienste hinweisen, die im Idealfall direkt aus dem Shop gekauft werden.

»Das ist ein ganz entscheidendes Projekt mit vielen Herausforderungen«, sagt Olemotz. Dem CEO ist aber auch klar, dass Bechtle sich hier schrittweise vortasten wird müssen. Das gilt im Übrigen auch für die internen Prozesse, die hierfür umgebaut werden müssen. Der Start in den Multichannel-Vertrieb lässt noch viele knifflige Fragen offen wie beispielsweise die interne Leistungsverrechnung. Auf eine Blaupause kann Olemotz nicht unbedingt zurückgreifen. Der 54-jährige Bechtle-CEO stellt indes bei seinen Kunden fest, wie Digital Natives allmählich seine Generation verdrängen und in Führungspositionen kommen. »Sie zeigen ein ganz anderes Einkaufsverhalten, bestellen viel mehr virtuelle Produkte und benötigen weniger den Kontakt zu persönlichen Ansprechpartnern.« Das hat Auswirkungen vor allem auf Bechtles Kerngeschäft: Die personalintensive, flächendeckende Systemhauspräsenz in der DACH-Region. Zusehen, wie die Millennials ganz selbstverständlich bei der B2B-Plattform von Amazon oder anderen Internet-Marktplätzen einkauft, will Bechtle nicht.

Es herrscht wieder »First Mover«-Spirit in Neckarsulm – 22 Jahre nach dem Start des ersten E-Commerce-Shops von Bechtle 1995 und damit noch vor dem Onlineshop von Amazon in Deutschland.

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2. Bechtle wird Multi-Cloud-Anbieter
3. »First Mover« mit Datenbrillen
4. Amazon Paroli bieten

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