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Gebrauchtsoftwarehandel wehrt sich

»Keine gefälschte Software!«

23. März 2012, 12:24 Uhr   |  Lars Bube

»Keine gefälschte Software!«

Stein des Anstosses: Auch wenn bei softwarebilliger.de für jede Recovery-CD ein COA vorliegt, spricht Microsoft von gefälschten Datenträgern. (Bild: Lars Bube)

Der von Microsoft öffentlich angegriffene Betreiber des Gebrauchtsoftwareshops softwarebilliger.de wehrt sich gegen die schweren Vorwürfe. Man vertreibe keine Fälschungen und werde sich diese Vorverurteilung durch Microsoft nicht gefallen lassen.

Nachdem Microsoft in einer öffentlichen Pressemitteilung schwer Stimmung gegen den Betreiber des Onlineshops softwarebilliger.de aus Berlin gemacht hat, schießt der Händler jetzt gemeinsam mit Kollegen aus der Branche zurück. Dabei hat Microsoft unter anderem verschiedene Betreiber sowie die Inhaber der Seite softwarebilliger.de munter miteinander vermengt und ihnen den Vertrieb gefälschter Datenträger vorgeworfen. Ein unhaltbarer Vorwurf für Elmar Ewaldt, Geschäftsführer der TYR Holding GmbH, die das Portal aktuell betreibt: » Das ist der Versuch, einen freien und gesetzeskonformen Wettbewerb mit juristischen Mitteln und gezielter Diffamierung zu behindern. Wir wollen und können uns aber nicht in die Ecke von Produktpiraterie drängen lassen«, so Ewaldt, der gleichzeitig ankündigt, sich mit »straf- und zivilrechtlich mit allen Mitteln gegen die haltlosen Vorwürfe von Microsoft zu Wehr setzen«.

Im Anschluss gehen Ewaldt und seine Mitstreiter detailliert auf einige der Vorhaltungen und Anschuldigungen ein. Dabei monieren die Gebrauchtsoftwarehändler zu Recht das Verwischen der Grenzen zwischen den an sich unbeteiligten Inhabern der Domain, sowie einer ehemaligen und der aktuellen Betreibergesellschaft (TYR Holding), die als Mieter auftreten. Somit wird auch klar, dass die Beschlagnahmung von tausenden angeblich gefälschten Datenträgern mit Microsoft-Programmen bei der ehemaligen Betreibergesellschaft zunächst einmal nichts mit der TYR Holding oder den Vorwürfen gegen sie zu tun hat. Lediglich die Dreistigkeit der Angriffe durch Microsoft vereint die beiden Händler.

Während Microsoft bei der aktuellen Betreiberin TYR lediglich von einem vermeintlich gefälschten Windows-XP-Datenträger spricht, gibt das Unternehmen selbst an, dass 73 originale Recovery-CD’s beschlagnahmt wurden. Die Verantwortlichen weisen jedoch gleichzeitig darauf hin, dass die Datenträger bisher noch nicht von den Behörden untersucht wurden, und somit umso weniger als klare Fälschungen zu deklarieren sind. »Die TYR Holding GmbH, der Betreiber von www.softwarebilliger.de, stellt klar, nur mit Original-Produkten zu handeln, wozu auch der Einzelverkauf von Recovery-CDs ohne Echtheitszertifikat zählt. Laut BGH (Az.: I ZR 6/10) ist der Wiederverkauf von Recovery-Datenträgern ausdrücklich erlaubt«, so die Antwort auf Microsofts Meldung.

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2. Absichtliche Wettbewerbsverzerrung?

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