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Begehrte Systemhäuser

Keine besseren Exit-Zeiten als jetzt

26. September 2018, 00:00 Uhr   |  Martin Fryba

Keine besseren Exit-Zeiten als jetzt
© CRN

»Es ist ein Verkäufermarkt. Die Nachfrage nach Systemhäusern übersteigt das Angebot«, sagt Mike Bergmann. Er hat anfang dieses Jahres seine Exabyters an die Salzgitter IT-Tochter Telcat verkauft.

Ähnlich wie bei Immobilien in Spitzenlagen sucht Kapital händeringend nach IT-Beteiligungen. Systemhäuser sind so begehrt, dass Investoren Schlange stehen. Höchstpreise seien laut Mike Bergmann möglich, aber nicht für jeden Systemhaus-Gesellschafter.

Mit über 40 Investoren sprach Mike Bergmann, am Ende ging dann aber alles ganz schnell. Zwischen Erstkontakt und Notartermin vergingen exakt 80 Tage. Der Systemhausgründer von Exabyters hatte zum Jahresanfang die Mehrheit an Telcat verkauft – eine IT-Tochter der Salzgitter AG. Es sei der schnellste Zukauf für den im Akquisitionsprozeder erfahrenen Stahl- und Technologiekonzern gewesen, sagte man Bergmann. Er und andere Systemhaus-Chefs berichten einhellig, dass ihre Firmen derzeit besonders gefragt seien. »Es ist enorm viel Kapital im Markt. Die IT-Branche hierzulande steht hoch im Kurs«, sagt Bergmann. »Ich bekomme regelmäßig Anrufe von M&A-Beratern. Bestimmt vier im Monat«, bestätigt Franz Obermayer, Chef von Fox-IT. Würde er verkaufen wollen, was er keinesfalls vorhat, würden Investoren wahrscheinlich tief in die Tasche greifen.

»Es ist ein Verkäufermarkt. Die Nachfrage übersteigt das Angebot«, sagt Bergmann. Was ein Systemhaus wert sei, hakt CRN nach? »Der Wert eines Systemhauses ist der Preis, den ein Unternehmer dafür bekommt«, reduziert Bergmann mehrere Methoden einer oft komplizierten Firmenbewertung auf einen entscheidenden Punkt. Freilich sollte die Bilanz stimmen, der Kundenstamm attraktiv, die Mitarbeiter hoch qualifiziert sowie motiviert sein und die »Story« überzeugen. Ein weiterer wichtiger Punkt: Der geschäftsführende Gesellschafter sollte alle Prozesse und seine Aufgaben so dokumentiert haben, dass er von heute auf morgen sein »Lebenswerk« übergeben kann. Bergmann hat exakt am Tag der Übernahme die Verantwortung in andere Hände legen können. Und er hatte den Preis bekommen, den er sich vorstellte.

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1. Keine besseren Exit-Zeiten als jetzt
2. »Wollen Sie den Chef sprechen oder jemanden, der sich auskennt?«

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