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Allianz zwischen Apple und Google

Kann die Corona-App Bürger ausspionieren?

29. Mai 2020, 10:44 Uhr   |  dpa | Kommentar(e)

Kann die Corona-App Bürger ausspionieren?
© zigres - AdobeStock

Von vielen Menschen in Deutschland wird die Corona-Warn-App des Bundes sehnsüchtig erwartet, verspricht sie doch einen wichtigen Schritt in Richtung Normalität. Doch andere sind eher skeptisch - und wenige befürchten sogar einen Komplott gegen die Bürgerrechte.

Besitzer eines Smartphones von Apple oder mit dem Betriebssystem Android bekommen beim Aktualisieren der System-Software Hinweise darauf, dass Apple und Google die Funktion von offiziellen Corona-Warn-Apps möglich machen wollen. Das führt bei Anwendern zur Verwirrung, denn die App lässt noch auf sich warten.

BEHAUPTUNG: Google hat heimlich seine Android-Smartphones ohne Update um die Schnittstelle für die geplanten Corona-Warn-Apps erweitert, über die Regierungen ihre Bürger ausspionieren können.

BEWERTUNG: Die Behauptungen sind falsch. Die technische Vorbereitung von Android und iOS erfolgte nicht »heimlich«, sondern wurde von beiden Konzernen am 10. April öffentlich angekündigt. Außerdem kann man über die App keine Anwender ausspionieren. Es wurde ein umfassendes Datenschutzkonzept umgesetzt, bei dem keine Geodaten oder Kontaktdaten erfasst oder übertragen werden. Die Programmierung der App erfolgt transparent als »Open Source« und kann überprüft werden.

FAKTEN: Zur Eindämmung von Infektionsketten wird in vielen Ländern an Apps gearbeitet, die Kontakte von Smartphone-Anwendern technisch erfassen, um diese später kontaktieren zu können, falls einer sich mit dem Coronavirus infiziert haben sollte. In Deutschland wird seit Februar über die Funktionen und das Datenschutzkonzept diskutiert. Erste Überlegungen, für die Ermittlung solcher Begegnungen auch Geodaten via GPS oder Mobilfunk zu verwenden, wurden schnell wieder verworfen, auch weil Datenschützer erhebliche Bedenken äußerten.

Danach standen drei Konzepte zur Auswahl (PEPP-PT, D3-PT und TCN), die im Kern das gleiche Ziel verfolgen, nämlich Bluetooth-Funk zu verwenden, um bei einem Kontakt die räumliche Nähe und die Dauer des Treffens zu ermitteln. Das soll so funktionieren: Wenn sich zwei Smartphones mit installierter App näher als etwa anderthalb Meter kommen, tauschen sie anonymisierte Zahlencodes aus, die alle 15 oder 20 Minuten verfallen und durch einen Kurzzeit-Code ersetzt werden.

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