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ERP-Multicloud-Anbieter Syntax kauft SAP-Spezialisten

Kanadier übernehmen Freudenberg IT

24. Januar 2019, 13:07 Uhr   |  Martin Fryba

Mit dem Kauf der Freudenberg IT will der kanadische ERP-Spezialist Syntax Systems ins SAP-Geschäft einsteigen. Strippenzieher ist die Private-Equity-Gesellschaft Novacap.

Nun also doch: Die traditionsreiche Freudenberg Gruppe verkauft ihre IT-Tochter, die Freudenberg IT (FIT) mit 850 Mitarbeitern an die kanadische Syntax Systems. Entsprechende Gerüchte gab es bereits vergangenen Herbst. Nun hat das Management der mehr als neun Milliarden Euro-Umsatz schweren Familienholding aus Weinheim den Verkauf perfekt gemacht. Finanzielle Details zur Fusion sind nicht bekannt. 2017 erziele Freudenberg IT einen Umsatz von 173 Millionen Euro, 80 Prozent davon mit Kunden außerhalb der Freundenberg Gruppe.

Syntax hat rund 250 Mitarbeiter und ist ähnlich wie Freudenberg IT auf ERP-Integration fokussiert. Während die Badener auf SAP spezialisiert sind, haben sich die Kanadier aus Montreal auf ERP-Hersteller JD Edwards fokussiert. Der ERP-Riese wurde 2005 von Oracle geschluckt, nachdem zwei Jahre zuvor Peoplesoft JD Edwards gekauft hatte. Syntax ist Platinum-Partner von Oracle. Nun steigen die Kanadier mit Hilfe der Fusion von Freudenberg IT in den SAP-Markt ein. Multi-ERP- und Multi-Cloud- Systemintegrator mit Anspruch, SAP- und Oracle-Kunden global bedienen zu können, ist das Credo der neu fusionierten IT-Dienstleister.

Syntax und FIT betonen, sehr ähnliche kundenorientierte Unternehmenskulturen, Werte und Arbeitsprinzipien zu haben. »Die Übernahme von FIT ist die ideale Investition für Novacap, um die Entwicklung von Syntax als globaler Cloud Service Provider weiter voranzutreiben«, kommentiert Ted Mocarski, Senior Partner bei Novacap und Chairman of the Syntax Board of Directors.

Novacap ist die Private-Equity-Gesellschaft, die bereits Syntax zu ihrem 2,3 Milliarden US-Dollar schwerem Beteiligungsportfolio zählt. Sie stellt das Kapital für die Übernahme zur Verfügung.

»Wir sind sehr froh, einen strategischen Partner gefunden zu haben, der FIT einen Schub durch anorganisches Wachstum gibt und durch den wir neue Kundensegmente erschließen können«, kommentiert Horst Reichardt, CEO von FIT. Die Kartellbehörden müssen dem Deal noch zustimmen. Er soll noch in diesem Quartal angeschlossen werden.

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