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Hohe Nachfrage trotz Konjunkturflaute

IT-Dienstleister erwarten Umsatzwachstum in 2020

23. Dezember 2019, 15:12 Uhr   |  Elke v. Rekowski

IT-Dienstleister erwarten Umsatzwachstum in 2020
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Trotz konjunktureller Abschwächung rechnen IT-Dienstleister für das kommende Jahr mit guten Geschäften. Sie profitieren davon, dass Unternehmen auch 2020 in Projekte rund um Digitalisierung investieren, so eine aktuelle Studie des Marktforschungs- und Beratungsunternehmen Lünendonk & Hossenfelder. 

Die für die Studie untersuchten IT-Dienstleister erwarten für das laufende Geschäftsjahr 2019 ein Umsatzwachstum von 10,6 Prozent. Für das Jahr 2020 rechnen sie mit 10,8 Prozent Umsatzsteigerung. Besonders hoch ist die Nachfrage nach externer Unterstützung zurzeit bei Themen wie Softwareentwicklung und -implementierung, Digitalisierung von Kundenschnittstellen, Aufbau von Digital-Marketing- und E-Commerce-Plattformen oder der Cloud-Transformation. 

Diese Themen werden wichtig

Für 2020 erwarten die IT-Dienstleiter einen besonders starken Nachfrageanstieg bei Themen rund um Big Data Analytics, IT Security, agiles Software Engineering, der Cloud-Orchestrierung, Aufbau einer flexiblen IT-Landschaft mit Hilfe von Microservices und APIs sowie Anwendungen auf Basis der Künstlichen Intelligenz (KI). Die Befragten gehen davon aus, dass sich die Zahl der Softwareprodukte 2020 deutlich erhöhen wird. „Vor allem Embedded Systems machen immer häufiger Hardwareprodukte zu Smart Products“, so Mario Zillmann, Partner und Autor der Studie. Infolge der steigenden Zahl an neu entwickelten Softwarelösungen und digitalen Produkten nimmt der Integrationsbedarf in die bestehende IT-Landschaft (Backend-IT) massiv zu. 89 Prozent der befragten IT-Dienstleister erwarten deshalb eine starke Nachfrage ihrer Kunden nach Implementierungsservices.

Bei der Softwareentwicklung beobachten die Studienautoren einen Trend in Richtung agile Entwicklungsmethoden. Dadurch sollen Entwicklungszeiten reduziert und Qualität sowie User Experience erhöht werden. In vielen Unternehmen fehlen dazu jedoch das erforderliche Know-how, die Erfahrungswerte und die Firmenkultur. Aus diesem Grund werden zahlreiche Aufträge zur agilen Anwendungsentwicklung an externe Beratungs- und IT-Dienstleister vergeben, die über Erfahrungen und Fachkräfte in diesem Bereich verfügen. „In immer mehr Fällen wird die (agile) Softwareentwicklung und -integration als Gesamtpaket an einen Dienstleistungspartner vergeben, um Schnittstellenbrüche zu vermeiden und die Umsetzungsgeschwindigkeit hoch zu halten“, so Zillmann. Davon profitieren seiner Einschätzung nach vor allem die führenden IT-Dienstleister, die Softwareentwicklungsaufträge mit Hilfe von internationalen Liefermodellen (Near-/Offshore) umsetzen können.“

IT-Dienstleister unter Druck

Auch IT-Dienstleister müssen sich dem digitalen Wandel stellen den Anforderungen der digitalen Transformation gerecht werden. Endverbraucher fordern Transparenz, Personalisierung, Einfachheit und ein nahtloses Zusammenspiel der Online- und Offlinewelt.

So spielt beispielsweise das Thema Customer Experience eine große Rolle. Bereits heute machen IT-Beratungen knapp ein Drittel ihres Umsatzes mit entsprechenden Services – Tendenz steigend. Darüber hinaus werden vor allem Leistungen zur Automatisierung kundennaher Prozesse und dem Aufbau digitaler Kundenschnittstellen nachgefragt.

Für immer mehr Kunden gewinnt Vernetzung von digitalen Frontend-Lösungen wie Apps und Webportalen mit der Prozesslandschaft und dem IT-Backend an Bedeutung. „Die Ansprüche vieler Endkunden an ein digitales Kommunikations- und Einkaufserlebnis sind in vielen Branchen mittlerweile so hoch, dass digitalisierte und kanalübergreifende Prozessketten vorausgesetzt werden“, weiß Zillmann. „Beispielsweise erwarten Kunden heute, dass Prozesse (zum Beispiel E-Commerce, Kundenservice) einen nahtlosen Wechsel zwischen mehreren Mobile Devices zulassen und alle relevanten Kundendaten aus den ERP- und CRM-Systemen abrufbar sind.“ Der Studie zufolge wollen 76 Prozent der IT-Dienstleister diese neuen Anforderungen durch den Aufbau eigener Kompetenzen im CX-Bereich bewältigen. Zwei weitere Strategien sind der Aufbau von Partnerökosystemen sowie Kooperationen mit Digitalagenturen und Technologieanbietern

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