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Razzia gegen Copyright-Brecher

Internationale Aktion gegen große Filesharing-Plattform

17. Oktober 2019, 11:20 Uhr   |  Lars Bube

Internationale Aktion gegen große Filesharing-Plattform
© Gorodenkoff - AdobeStock

Im Rahmen einer europaweiten Razzia gegen die Betreiber der Filesharing-Plattform »share-online.biz« wurden laut den beteiligten Behörden »unfassbare Datenmengen« beschlagnahmt.

Ermittler haben bei einer internationalen Razzia gegen die Betreiber einer Filesharing-Plattform Wohnungen und Geschäftsräume in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden durchsucht. Über die Plattform sollen Raubkopien von Filmen und anderen Inhalten verteilt worden sein. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur handelt es sich um das Portal »share-online.biz«.

Den Angaben zufolge wurden umfangreiche Beweismittel sichergestellt. Es gehe um »unfassbare Datenmengen«, sagte ein Sprecher der bei der Staatsanwaltschaft Köln angesiedelten Zentral- und Ansprechstelle Cybercrime NRW am Donnerstag. Die aufwendige Aktion mit Ermittlern aus Frankreich, den Niederlanden und Deutschland habe am Mittwoch stattgefunden.

Die Ermittlungen richten sich demnach gegen drei Männer im Alter von 40, 48 und 54 Jahren mit Wohnsitzen in Nordrhein-Westfalen, Hessen und Sachsen-Anhalt. Von dem Trio genutzte Server hätten zudem in den Niederlanden und in Frankreich gestanden. Der 54-Jährige sei der Hauptverdächtige und lebe im Raum Aachen, so der Sprecher der Staatsanwaltschaft.

Festnahmen gab es im direkten Zusammenhang mit der Aktion offenbar nicht. Den Betreibern werde vorgeworfen, durch den Betrieb der Filesharing-Plattform vielfache Beihilfe zur gewerbsmäßigen unerlaubten Verwertung urheberrechtlich geschützter Werke begangen zu haben, so die Ermittler. Das von den Verdächtigen mutmaßlich organisierte Onlineportal ist Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft zufolge der größte in Deutschland betriebene sogenannte Filehoster.

Über die Plattform seinen urheberrechtlich geschützte Werke zum Download angeboten worden. Zudem habe es Anreize für Nutzer geben, um Raubkopien hochzuladen. Dabei habe es sich etwa um Kinofilme, Serien, Erotikproduktionen und Musik gehandelt. Durch den Betrieb der Plattform sollen die Tatverdächtigen laut Staatsanwaltschaft von April 2008 bis Oktober 2017 einen Umsatz von mehr als 50 Millionen Euro gemacht haben.

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