Schwerpunkte

Software

IBM will vom digitalen Wandel profitieren

22. April 2020, 12:42 Uhr   |  Andrej Sokolow und Hannes Breustedt, dpa | Kommentar(e)

IBM will vom digitalen Wandel profitieren
© IBM

IBM meldet im ersten Quartal 2020 deutliche Geschäftseinbußen. Der IT-Konzern macht jedoch Hoffnung, langfristig vom digitalen Wandel profitieren zu können.

Die Corona-Krise zwingt Unternehmen zum Sparen und verheißt damit schwere Zeiten für die IT-Branche. «»Im März kamen unsere Software-Transaktionen nahezu über Nacht zum Erliegen«, sagte der Finanzchef des US-Computer-Riesen IBM, James Kavanaugh, zum Geschäft im ersten Quartal. Das liege daran, dass für die IBM-Kunden zunächst einmal die dringlichsten Probleme in der Krise in den Vordergrund gerückt seien. IBM macht sich zugleich Hoffnungen, auf längere Sicht profitieren zu können, wenn Firmen als Folge stärker auf Cloud-Dienste und künstliche Intelligenz setzen.

Das Computer-Urgestein präsentierte nach US-Börsenschluss am Montag als erster Technologie-Konzern seine aktuellen Quartalszahlen. Die Ergebnisse spiegeln nur teilweise die aktuelle Lage wider, weil das Geschäft in den ersten Wochen noch nicht vom Coronavirus beeinträchtigt wurde. Dennoch meldete IBM deutliche Geschäftseinbußen und hob die Jahresprognose auf.

In den drei Monaten bis Ende März sanken die Erlöse im Jahresvergleich um 3,4 Prozent auf 17,6 Milliarden Dollar (16,2 Mrd Euro). Der Gewinn fiel um gut ein Viertel auf 1,2 Milliarden Dollar (1,1 Mrd Euro). Anleger ließen die Aktie im vorbörslichen Handel am Dienstag zeitweise um fast fünf Prozent fallen.

IBM schwächelt schon lange im traditionellen Hardware-Kerngeschäft mit Servern und Großrechnern, verbucht aber immerhin starkes Wachstum in der Cloud-Sparte mit IT-Diensten im Internet. Deren bisheriger Leiter Arvind Krishna hatte jüngst den Chefposten von Ginni Rometty übernommen. Sie hatte in ihrer Amtszeit seit 2012 versucht, IBM durch einen tiefgreifenden Konzernwandel hin zu neuen Geschäftsfeldern wie Cloud-Dienste, Datenanalyse und künstliche Intelligenz neu aufzustellen. Der Erfolg hielt sich bislang jedoch in Grenzen, Quartale mit Geschäftszuwächsen sind schon seit Jahren selten.

Krishna versuchte nun, die Anleger zu beruhigen. IBM habe langfristige Verträge mit großen Kunden, daher seien stabile Einnahmen weiterhin sicher, betonte er. Zugleich habe die Krise den Unternehmen gezeigt, dass sie ihr Geschäft entschlossener modernisieren müssten - und hier wolle IBM mit Expertise bei künstlicher Intelligenz bereitstehen.

Mit mehr Heimarbeit werde auch die Nachfrage nach Cloud-Diensten steigen, nannte Krishna ein weiteres Beispiel. IBM hatte 2018 für mehr als 30 Milliarden Dollar den Linux-Spezialisten Red Hat gekauft, um sich in diesem Bereich zu verstärken. Das trieb allerdings auch die Schulden hoch: IBM stand zuletzt mit mehr als 60 Milliarden Dollar in der Kreide, während die Geldreserven bei 12 Milliarden Dollar lagen. Der Konzern werde auch weiterhin Geschäftsbereiche abstoßen, um sein Profil zu schärfen, kündigte Krishna an.

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Das könnte Sie auch interessieren

Teamviewer: Schub durch Coronakrise
Paul Cormier wird CEO von Red Hat
Andreas Engel wird DACH-Chef von Suse
Infineon bekommt grünes Licht
SAP senkt Umsatzerwartungen
SAP: Einer der größten Gewinner im Dax

Verwandte Artikel

IBM, dpa, Red Hat

Linux

Börse