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Schlechter Aktienkurs

IBM im Umbruch

14. Januar 2015, 11:59 Uhr   |  Werner Fritsch | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

Clouds und Cognitive Computing als Wachstumsfelder

Seit drei Jahren bestimmt Virginia Rometty als CEO, President und Chairman die Geschicke der Industrie-Ikone. Ihre Vorgänger Samuel Palmisano und Louis Gerstner hatten in den vergangenen zwanzig Jahren einen kränkelnden Hardware-Riesen zum soliden Dienstleister umgebaut und die margenträchtige Software gefördert. Das problematische Hardware-Geschäft fährt Rometty weiter zurück, als künftige Wachstumsfelder schiebt sie Aktivitäten um Cloud Computing und Künstliche Intelligenz massiv an.

Beim Cloud Computing versucht IBM, Rückstände wettzumachen. Mitte 2013 hatte der IT-Riese den US-Hoster SoftLayer übernommen. Dessen Cloud-Rechenzentren werden seitdem weltweit ausgebaut. Als Basis für Infrastructure as a Service (IaaS) unterstützt IBM den quelloffenen OpenStack, Diensten des Typs Platform as a Service (PaaS) liegt die Open-Source-Technologie Cloud Foundry zugrunde. Unter dem Namen Bluemix stellt IBM die angestammte und breitgefächerte Middleware sowie Entwicklungswerkzeuge für die neue Cloud-Welt bereit. Ob Big Blue zu einer führenden Macht in diesem Markt aufsteigt oder lediglich Bestandskunden eine Migrationsmöglichkeit eröffnet, wird sich zeigen. Bei IaaS liegen Amazon Web Services sowie Microsoft weit vorn, bei PaaS ist die Landschaft noch weniger gefestigt.

Anders sieht es beim Cognitive Computing aus, das IBM unter der Marke Watson aufbaut. Es geht dabei um Systeme der Künstlichen Intelligenz, die in gewissem Umfang natürliche Sprache verstehen, logische Schlüsse ziehen und aus Erfahrungen lernen können. Die Einsatzszenarien umfassen oft Datenanalysen und sind vielfältig, im vergangenen Jahr hat IBM Kundenprojekte aus dem Gesundheitswesen und anderen Branchen vorgestellt.

Künstliche Intelligenz hat eine jahrzehntelange Geschichte großer Ansprüche und geringer Erfolge. Im Lauf der Jahre haben sich gewiss evolutionäre Fortschritte ergeben. Im Vergleich zu früheren Zeiten hat außerdem die Rechenleistung der Hardware beträchtlich zugenommen. Ferner ist immer mehr textuell dargestelltes Wissen in digitaler Form verfügbar und für Informationstechnologie zugänglich. Vielleicht ist die Zeit für diesen Ansatz nun reif. Die Unternehmensberatung Deloitte schätzt jedenfalls, dass der Markt für Cognitive Computing allein in den USA von gegenwärtig einer bis 2018 auf fünfzig Milliarden Dollar anwachsen wird. Die Aussichten scheinen für IBM also besser zu sein, als es der Aktienkurs nahelegt.

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