Schwerpunkte

Forschung

Forscher entwickeln Roboterhaut

11. Oktober 2019, 13:07 Uhr   |  Stephanie Jarnig

Forscher entwickeln Roboterhaut
© Astrid Eckert / TUM

Roboter H-1 ist durch die von Prof. Gordon Cheng entwickelte künstliche Haut in der Lage, auf Berührungen zu reagieren. Durch neue Steuerungsalgorithmen konnte erstmals ein menschengroßer Roboter mit dieser Haut versehen werden.

Forschern der Technischen Universität München ist es erstmals gelungen, einen Roboter mit künstlicher Haus auzustatten. Mikroprozessoren messen dabei Berührungen, Beschleunigung, Annäherung und Temperatur.

Roboter sollen damit ihre Umgebung besser erspüren und sogar einbeinig balancieren können: Forscher der Technischen Universität München (TUM) haben nach eigenen Angaben erstmals einen menschengroßen Roboter komplett mit künstlicher Haut ausgestattet. Die sechseckigen Zellen in der Größe einer Zwei-Euro-Münze sollen für ein »neues Körpergefühl« sorgen, wie die Universität am Donnerstag mitteilte.

Zum Einsatz kommt die künstliche Haut bei einem Roboter, der den Namen H-1 trägt und so groß ist wie ein Mensch. Er ist ausgestattet mit 1260 Zellen und mehr als 13.000 Sensoren an Oberkörper, Armen, Beinen und sogar auf den Fußsohlen. Mikroprozessoren messen die Berührung, Beschleunigung, Annäherung und Temperatur. Zum Vergleich: Die menschliche Haut hat etwa fünf Millionen Rezeptoren, wie die Forscher um Professor Gordon Cheng erklären.

Das größte Hindernis bei der Entwicklung von Roboterhaut sei bislang mangelnde Rechenkapazität gewesen - die Systeme waren schon mit Daten aus wenigen Hundert Sensoren überfordert. Um dieses Problem zu lösen, überwachen die Münchner Wissenschaftler die Hautzellen nicht permanent, sondern nutzen ein sogenanntes ereignisbasiertes System. So lasse sich der Rechenaufwand um bis zu 90 Prozent reduzieren.

»Unser System ist darauf ausgerichtet, problemlos und schnell mit allen möglichen Robotertypen zu funktionieren«, sagte Cheng. »Jetzt arbeiten wir daran, kleinere Hautzellen zu entwerfen, die in Zukunft in größeren Mengen hergestellt werden können.«

Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenAuf Linkedin teilenVia Mail teilen

Verwandte Artikel

dpa

Forschung

Künstliche Intelligenz