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Cloud-Geschäft treibt Microsoft-Umsätze

Fast makelloses Quartal bei Microsoft

24. Oktober 2019, 10:19 Uhr   |  Martin Fryba (mit Material von dpa)

Fast makelloses Quartal bei Microsoft
© Screenshot Microsoft Live Stream

CEO Nadella setzt neben der Cloud auch auf eigene Microsoft-Clients der Modellreihe Surface

Die Cloud treibt das Geschäft von Microsoft – allen voran Azure. Bei Windows klettern die Umsätze um ein Viertel. Surface und Xbox dagegen trüben ein sonst glänzendes Quartal.

Mit der von Microsoft-CEO Satya Nadella vorgegebenen Marschrichtung »Cloud First« bleibt Microsoft erfolgreich. Im vergangenen Quartal stieg der Umsatz im Jahresvergleich um 14 Prozent auf 33,1 Milliarden Dollar. Der Gewinn kletterte in dem Ende September abgeschlossenen ersten Geschäftsquartal um 21 Prozent auf 10,7 Milliarden Dollar. Das gab  Microsoft nach US-Börsenschluss am Mittwoch bekannt.


Die Erlöse mit Cloud-Diensten und Servern stiegen um 30 Prozent. Dabei wuchs der Umsatz der Cloud-Plattform Azure um 59 Prozent, ein nicht mehr ganz so dynamischer Zuwachs wie in den letzten Quartalen. Der Markt wird derzeit aufgeteilt zwischen Amazon AWS und Google Cloud, auch neue Wettbewerber wie der chinesische Hyperscaler Alibaba Cloud drängen nach Deutschland. Die noch geringe Cloud- Adaptionsrate der Kunden bietet noch auf längere Sicht Wachstumspotenzial für globale, aber auch lokale Anbieter von Cloud-Infrastrukturen.


Auch das Windows-Geschäft boomt bei Microsoft, es legte im Berichtszeitraum um 26 Prozent zu. Der Hersteller und sein Channel profitieren vom Ende des Betriebssystems Windows 7 kommenden Januar. Es ist letzte große Migrationswelle, denn mit Windows 10 werden künftig Updates und Weiterentwicklungen kontinuierlich erfolgen. PC-Hersteller, die bisher mit dem Wechsel auf ein neues Betriebssystem fest mit einer Sonderkonjunktur beim Geräteabsatz rechnen konnten, müssen sich neu erfinden.


Zumal Microsoft ihnen seit Jahren mit eigenen Surface-Modellen Marktanteile im PC-Verkauf streitig macht. In diesem Quartal sanken allerdings die Surface-Umsätze um vier Prozent. Kunden halten sich derzeit zurück und warten auf die angekündigten neuen Modelle von Microsoft. Das Geschäft mit der Spielekonsole Xbox blieb praktisch unverändert. Die gesamten Gaming-Erlöse sanken um sieben Prozent.


CEO Nadella hat seit seinem Amtsantritt 2014 keinen Stein auf dem anderen gelassen und leitete mit seinem Cloud-Vorstoß und Subskriptionsmodellen einen umfassenden Strategiewechsel bei Microsoft ein. Vertriebspartner des Herstellers, die mehr als 90 Prozent zum Microsoft-Umsatz beitragen, sind von diesem technologischen Wandel  direkt betroffen. Auch sie drängen  -  mit einem gewissen Zeitabstand – nunmehr immer stärker in Richtung Cloud. Das Tempo, in dem Microsoft diese Transformation der Geschäftsmodelle seiner Partner voranzutreiben versucht, setzt vor allem kleinere Systemhäuser unter massiven Druck und ist deshalb nicht unumstritten im Microsoft-Channel.


Unumstritten ist indes, dass Nadella Microsoft zur alten Stärke verholfen hat. Ende 2014 notierte die Microsoft-Aktie bei 46 US-Dollar, aktuell liegt der Kurs knapp unter der 140-Dollar-Marke – eine Verdreifachung des Börsenwerts.

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