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Ebay, Mastercard, Visa und Stripe steigen aus

Facebook sieht Partner-Exodus bei Libra gelassen

14. Oktober 2019, 10:50 Uhr   |  Lars Bube

Facebook sieht Partner-Exodus bei Libra gelassen
© bonninturina - AdobeStock

Nach Paypal haben jetzt auch Ebay, Mastercard, Visa und Stripe den Facebook den Kreis der offiziellen Partner von Facebooks digitalem Währungsprojekt Libra verlassen. Trotz des heftigen Aderlasses gibt sich Facebook weiterhin betont optimistisch.

Nach anfänglicher Euphorie kommt bei Facebooks digitalem Währungsprojekt Libra allmählich Katerstimmung auf. Kurz vor einer für Anfang der Woche geplanten wichtigen Sitzung des Verwaltungskonsortiums Libra Association hat der Ausstieg von Paypal in der vergangenen Woche noch einen regelrechten Dominoeffekt unter den wichtigsten der bisher als Partner gesetzten Firmen ausgelöst. Direkt im Anschluss verabschiedeten sich direkt auch die beiden schon länger unschlüssigen Kreditkartenkonzerne Mastercard und Visa aus dem Gremium, anschließend verkündeten nun auch noch Ebay und Stripe das Ende ihres Engagements. Zwar betonen alle Aussteiger, Libra weiterhin unterstützen zu wollen, nur eben nicht als offizielle Partner. Offenbar ist ihnen der zunehmende Gegenwind für das Projekt doch etwas zu stark geworden, sodass sie lieber noch schnell die Reißleine ziehen wollten, bevor sie als fest verpflichteter Partner von einem drohenden Imageverlust oder gar Konflikten mit Politik, Banken und Behörden getroffen werden.

Für Facebook und Libra sind die Ausstiege dieser bisher immer besonders hervorgehobenen »Gründungspartner« in mehrfacher Hinsicht bitter. Einerseits hatte Zuckerbergs Konzern darauf gehofft, die mannigfaltigen Bedenken gegen eine Facebook-Währung gerade durch die Mitarbeit solch etablierter Banking- und Handelsriesen, die weltweit hohes Vertrauen genießen, zerstreuen zu können. Andererseits hätten die Verbindungen und Schnittstellen zu diesen weltweit operierenden Konzernen den Start deutlich erleichtert und Libra von Beginn an eine deutlich größere strategische Operationsbasis mitgegeben.

Dennoch geben sich Facebook und sein Libra-Manager David Marcus ob der Ausstiege kämpferisch: »Ich wäre vorsichtig, angesichts dieser Meldungen gleich über das Schicksal von Libra zu spekulieren.« Natürlich sei eine Veränderung in dieser Größenordnung schwer, aber gleichzeitig auch »befreiend«. »Wenn man so viel Druck bekommt, weiß man, dass man an einer großen Sache dran ist«, so Marcus auf Twitter.

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