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Online-Präsenz für Offline-Händler

Es ist wenig los beim »Internethändler von nebenan«

05. November 2019, 13:23 Uhr   |  dpa

Es ist wenig los beim »Internethändler von nebenan«
© ipopba - AdobeStock

Als der Siegeszug des Online-Handels begann, hofften viele Gemeinden, den Händlern in den Innenstädten mit lokalen Internet-Marktplätzen im Kampf gegen Amazon und Co. helfen zu können. Doch die bisherige Bilanz ist ernüchternd.

Sie heißen Flensburg-Shopping.de, Online-City Wuppertal oder Kauf-im Allgaeu.de. Mit lokalen Internet-Marktplätzen und digitalen Schaufenstern versuchen zahlreiche Städte und Gemeinden dem Siegeszug des Online-Handels etwas entgegenzusetzen. Doch es mehren sich bei Handelsexperten Zweifel an der Wirksamkeit der gut gemeinten Initiativen.

»Der Versuch, durch lokale Online-Marktplätze die Innenstädte zu beleben, ist gescheitert«, urteilt etwa der Handelsexperte Gerrit Heinemann von der Hochschule Niederrhein. Seine Erklärung dafür: »Lokale Marktplätze funktionieren im Internet einfach nicht. Es fehlt ihnen an allem, was das Einkaufen im Internet attraktiv macht, von der großen Auswahl bis zu den günstigen Preisen.« Stattdessen werde auf das Prinzip Hoffnung oder vielleicht eher noch auf das Mitleid der Verbraucher gesetzt. »Aber das war im Handel noch nie ein Rezept, das funktioniert.«

Dieses düstere Bild teilen natürlich nicht alle Beteiligten. Roman Heimbold, der mit seinem Unternehmen Atalanda allein in Deutschland insgesamt 19 Online-Marktplätze zwischen Alfeld (Leine) in Niedersachsen und Freilassing in Bayern betreut, wehrt sich dagegen, den Erfolg der Online-Marktplätze auf die im Internet erzielten Umsätze zu reduzieren. Auf den von Atalanda betreuten Marktplätzen seien inzwischen zusammen um die 1.000 Teilnehmer vertreten. Doch nur jeder zehnte davon biete tatsächlich im Netz Produkte zum Verkauf an.

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2. Wenige Händler mit wenigen Produkten
3. Alle Wege führen nach Amazon und Ebay

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dpa, EHI