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Es gibt viel zu tun

11. Dezember 2019, 11:16 Uhr   |  Natalie Lauer

Es gibt viel zu tun
© Peshkov | AdobeStock

Seit einigen Monaten ist die KI-Strategie der Bundesregierung ausgearbeitet und sie setzt ein ambitioniertes Ziel: Deutschland möchte die weltweite Technologieführerschaft für sich beanspruchen. Noch herrscht aber reichlich Nachholdbedarf.

Künstliche Intelligenz ist die Schlüsseltechnologie unserer Zeit. Das hat auch die Bundesregierung erkannt – allerdings etwas später als viele andere. Der Wettlauf um die Technologieführerschaft läuft nämlich in internationalen Gefilden bereits seit Jahren. Auf der Website der KI-Strategie-Deutschland heißt es hingegen: »Die Bundesregierung forciert mit ihrer nationalen Strategie seit einem Jahr den Weg von Künstlicher Intelligenz Made in Germany an die Weltspitze.« Ein ambitionierter Plan. In den Augen des Bundes reichen Investitionen in Höhe von drei Milliarden Euro bis 2025, um sich an die Spitze zu katapultieren. Da braucht es allerdings ein besonderes Geschoss, um an China vorbeizurauschen. Denn das Reich der Mitte will bis 2030 umgerechnet 150 Milliarden Dollar in KI investieren. Und dann wären da noch die USA. Dort steht aktuell ein 100 Milliarden-Dollar-Programm zur Diskussion.

Die Ergebnisse der Studienreihe »Vergleich nationaler Strategien zur Förderung von Künstlicher Intelligenz« der Konrad-Adenauer-Stiftung zeigt ohne Beschönigung, wo Deutschland im internationalen Vergleich tatsächlich spielt: im Mittelfeld. Das müsste nicht sein, denn Potenziale existieren im Land der Dichter und Denker en masse. Es hat eine performante, automatisierte Industrie vorzuweisen, die international ein hohes Ansehen genießt. Ebenso punktet es durch seine Forschungslandschaft im MINT-Bereich und der hiesige Mittelstand ist international mehr als wettbewerbsfähig.

Bereits erwähnte Studienreihe legt aber klar dar, dass unter anderem dringender Nachholbedarf bei der Kommerzialisierung von Künstlicher Intelligenz herrscht. Darüber hinaus müssen hierzulande ausgebildete KI-Talente im Land gehalten werden. Es nützt nichts, wenn Deutschland entsprechende Experten hervorbringt, die anschließend abwandern, weil ihnen dort attraktivere Angebote winken. Der Bereich Sicherheit als Anwendungsfeld von KI muss darüber hinaus stärker in den Vordergrund rücken und das Feld »Rechenleistung« sowie die Verfügbarkeit notwendiger Datenpools sollten überdacht werden.

Das Konzept der Bundesregierung mag ein erster Ansatz sein, es ist aber viel zu allgemein gehalten. Konkretisierungen müssen her. Der Einschätzung von Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder ist nichts hinzuzufügen: »Wir müssen uns entscheiden: Welche KI wollen wir fördern? Und hier gibt es zwei herausragend wichtige Felder: 1. autonome Mobilität und 2. individuelle Medizin.«

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