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Die Zukunft des Scharfzeichnens?

31. Januar 2007, 12:19 Uhr   |   | Kommentar(e)

Die Zukunft des Scharfzeichnens?

Fotos: National Institute of Standards and Technology (NIST)

Blind Deconvolution ist ein leistungsfähiges Verfahren zum Scharfzeichnen, mit dem auch verschiedene Bildfehler korrigiert werden. Es gibt frei verfügbare Programme mit denen man es selber ausprobieren arbeiten kann, aber wer Leistung möchte, bezahlt immer noch richtig viel Geld.

Ich bin auf ein Verfahren gestoßen, das mich wirklich fasziniert: Blind Deconvolution. Dekonvolution heißt laut Wikipedia „Ent-Faltung“. Im Bildbearbeitungsbereich eingesetzt, werden dabei alle Bildpunkte eines Bildes mit einer Matrixoperation bearbeitet, die angrenzende Bildpunkte mit einbezieht um das Bild zu verbessern.

Klingt kompliziert, aber klicken Sie mal auf das Beispielbild am Artikel und staunen Sie, was sich mit Blind Deconvolution machen lässt. Wirklich unglaublich, wie viele Details sich aus den verschwommenen Originalbildern rekonstruieren lassen. Aber weiter: es gibt verschiedene Verfahren, für eine Dekonvolution, durch die sich zum Beispiel Verwackelungsunschärfe oder Unschärfe durch Fehlfokussierung korrigieren lassen. Bei einer Blind Deconvolution sind dazu keine Informationen notwendig, wie sich ein Fehler auswirkt. Man arbeitet „blind“ und bewertet einfach, ob das Bild besser oder schlechter wird.

Dekonvolution hat natürlich auch kommerzielle Bedeutung. Für Astro- und Mikrofotos wird es zur Bildverbesserung eingesetzt, manchmal auch zum Errechnen dreidimensionaler Modelle aus einem zweidimensionalen Foto. Ein Anbieter, der weitere frappierende Bildbeispiele im Netz hat, ist Maximum Entropy Data Consultants Ltd. Die mehrere tausend Euro teure Software von dort werden die meisten Anwender natürlich nicht anschaffen. Aber es gibt auch Share- und Freeware zum Deconvolving. Mein Favorit ist der ImageAnalyzer, der ziemlich gute Ergebnisse liefert. Aber Vorsicht: es hat Suchtpotential und kann durch die aufwändigen Berechnungen sehr lange dauern.

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