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fertig$ Die Potenziale von Blockchain-Technologien

25. März 2020, 10:51 Uhr   |  Peter Zschunke, dpa

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Blockchain-Technologien helfen, um Transaktionen transparent abzuwickeln. Das ist gerade in solchen Ausnahmesituation wie derzeit von Vorteil.

Die Corona-Krise könnte einen kräftigen Schub zur weiteren Digitalisierung der Wirtschaft bewirken. Wenn das Zusammenarbeiten vor Ort eingeschränkt wird, gewinnen digitale Anwendungen an Bedeutung. Als besonders zukunftsträchtig gilt die Blockchain-Technologie. Damit können finanzielle Transaktionen und andere Vorgänge aller Art transparent festgehalten und betrugssicher abgewickelt werden. Die Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Wirtschaftsministerium, Daniela Schmitt (FDP), appellierte kürzlich an die Unternehmen: »Wagen Sie Neues und lassen Sie sich beraten - Blockchain hat Potenziale auch für den Mittelstand.«

Wie schnell sich mit Blockchain-Technik praktische Anwendungen umsetzen lassen, haben am vergangenen Wochenende Mainzer Programmierer beim bundesweiten Hackathon »WirvsVirus« gezeigt - insgesamt nahmen mehr als 40.000 Menschen an diesem Ideenwettbewerb der Bundesregierung für digitale Lösungen in der Corona-Krise teil. Programmierer der Mainzer Firmen Brainbot Technologies und Anyblock Analytics entwickelten ein System für digitale Wertgutscheine, die vom Bund oder vom Land entweder an alle Bürger oder an besonders von der Krise betroffene Unternehmen ausgegeben werden könnten. Auf diese Weise könnten die angekündigten staatlichen Hilfen unkompliziert zu den Empfängern gelangen, um Liquiditätsprobleme schnell zu überwinden. »Dafür ist die Blockchain perfekt«, sagt Anyblock-Vorstandschef Peter Eulberg.

»Die Regeln, nach denen diese Gutscheine verteilt werden, können frei gestaltet werden«, erklärt Eulberg. »Die Technik ist da. Sobald auch der politische Willen dafür da ist, könnte das System schnell umgesetzt werden.« Über die Blockchain-Technik wird exakt protokolliert, wer wie viel von dem digitalen Geld erhält, das in dem Projekt als dgE (dezentraler gemeinschaftlicher Euro) bezeichnet wird. Diese Mittel könnten über eine App etwa im Lebensmittel-Einzelhandel eingelöst werden, schließlich bei staatlichen Stellen auch wieder in reale Euro umgetauscht werden.

»Je mehr Parteien beteiligt sind und je öfter ein Gut seinen Status ändert, desto interessanter wird eine Blockchain«, erklärt Eulberg, der Anyblock im Sommer 2018 als Startup auf den Weg gebracht hat, unter anderem mit Mitteln der rheinland-pfälzischen Investitions- und Strukturbank (ISB). Neben digitalen Geldsystemen - bekannteste Blockchain-Anwendung ist die 2008 gestartete Kryptowährung Bitcoin - eigne sich die Technologie besonders für das Supply-Chain-Management, also die Verwaltung komplexer Lieferketten. So lasse sich etwa bei einer Flasche Orangensaft nachvollziehen, wo die dafür verwendeten Orangen gewachsen sind.

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2. Änderungen im Wirtschaftssystem möglich

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