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Die Arbeit der Zukunft ist digital

05. April 2017, 12:26 Uhr   |  Andreas Dumont | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 2 .

Pro und Contra Präsenzpflicht

Ein nach wie vor umstrittenes Thema ist die Präsenzpflicht im Unternehmen. Manche forcieren den Verbleib im Home Office, andere wie jüngst IBM gehen den entgegengesetzten Weg und holen ihre Mitarbeiter wieder ins Unternehmen vor Ort zurück. Microsoft glaubt an ein baldiges Ende der Präsenzpflicht. »Wir sind davon überzeugt, dass die Digitalisierung uns zum ersten Mal in der Geschichte die Möglichkeit gibt, allen Mitarbeitern und ihren individuellen Bedürfnissen gerecht zu werden – das bedeutet zwangsläufig auch ein Ende von tradierten Normen in Unternehmen wie eine zwingende Präsenzpflicht«, sagt Alain Genevaux, Leiter der Office Business Group bei Microsoft. Auch bei Polycom, Spezialist für Videoconferencing, ist man überzeugt, dass sich viele Unternehmen bald von der starren Präsenzkultur verabschieden werden. »Wir gehen davon aus, dass schon bis 2020 die Mehrheit der Unternehmen auf flexible Arbeitsmodelle umstellen wird. In einer derartigen Unternehmenskultur spielen geografische Standorte nicht mehr die wichtigste Rolle«, so Sascha Hirschoff, Director Systems Engineers Central Europe bei Polycom. Rein theoretisch seien Unternehmens- oder Wohnorte für die Rekrutierung damit gar nicht mehr primär ausschlaggebend. Vielmehr stünden die Fähigkeiten und Erfahrungen eines Mitarbeiters im Mittelpunkt und ob er zum Unternehmen passt.Manuel Ferre-Hernandez von Mitel fügt hinzu: »Wer als Unternehmen attraktiv bleiben will, muss fast zwangsläufig mitziehen. Allerdings wird es immer auch Berufe und Unternehmen geben, in denen es ohne Präsenz nicht geht.«

Der Mensch ist ein soziales Wesen, und die Technik kann nicht alles ersetzen. Viele Berufe erfordern überdies zwingend eine Anwesenheit vor Ort. Insofern gibt es auch gute Argumente für eine Präsenzpflicht. »Ein Chirurg ist 2017 im Home Office quasi sinnlos, wie es in ein paar Jahrzehnten aussieht ist eine andere Sache. Virtualisierung und Automatisierung werden sich auf ein ungeahnt hohes Level entwickeln. Präsenzpflicht ist aber auch eine unternehmerische Entscheidung die eng an eine Unternehmenskultur geknüpft ist«, so Hans Szymanski von Nfon. Marko Gatzemeier, Director Marketing beim Unified Communications-Anbieter C4B, ist fest davon überzeugt, dass die persönliche Präsenz niemals überflüssig wird. »Auch die beste Lösung ersetzt niemals den persönlichen Kontakt, das direkte Gespräch, die unmittelbare Diskussion.« Alain Genevaux findet, dass deutlich weniger Gründe für eine Präsentpflicht sprechen als dagegen.

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1. Die Arbeit der Zukunft ist digital
2. Collaboration-Lösungen
3. Pro und Contra Präsenzpflicht
4. Drohender Generationenkonflikt
5. Systemhäuser als Berater

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