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New Normal im Channel: Axians

»Corona hat als Wake Up Call gewirkt«

29. Juni 2020, 13:48 Uhr   |  Martin Fryba | Kommentar(e)


Fortsetzung des Artikels von Teil 1 .

»Das ist nicht dauerhaft digital zu ersetzen«

CRN: Kommunizieren, führen, motivieren, kontrollieren – das ist mit Videoconferencing und Collaboration-Plattformen gar nicht so einfach. Welche Erfahrungen aus dem Home Office haben Sie gemacht?
Diaz: Für uns bei Axians sind moderne Collaboration-Plattformen auch vor der Corona-Pandemie Alltag gewesen. Sie werden intensiv genutzt und haben die Solidarität in der Belegschaft gefördert. Wir arbeiten hier auf allen Ebenen der Axians Deutschland Gruppe und auch international intensiv mit unseren 22 Ländergesellschaften zusammen – in Arbeitsmeetings, internen Führungskräfteevents und mit innovativen Projektmethoden von Kanban bis Card Sorting. Die aktuellen Lösungen für Collaboration oder Videoconferencing lassen sich gut integrieren und bieten vielfältige Möglichkeiten für Austausch und Zusammenarbeit. Digitale Tools können fast alles, was die Präsenzarbeit ausmacht: Gruppenarbeiten, Moderationen, Vorträge, Abstimmungen und vieles mehr. Alle Führungskräfte und Teams haben damit die richtigen Werkzeuge an der Hand, dass Projekte und Aufgaben reibungslos weiterlaufen. Manche interne Meetings funktionieren digital so gut, dass sie Dienstreisen ersetzen. Auch bei unseren Kunden sehen wir einen Trend hin zu Remote-Consulting, was man vor allem an Beratungs-, Wartungs-, sowie Implementierungsmandaten sieht. Präsenztermine werden in bestimmten Situationen, bei Anbahnungs- oder Verhandlungsgesprächen und der Begehung von Baustellen, jedoch weiterhin einen hohen Stellenwert einnehmen.

Wir haben aber auch gesehen, dass nach so langer Zeit der persönliche Kontakt zu den Kollegen eine große Rolle in unserem Arbeitsalltag spielt. Bei uns haben verschiedene Teams deshalb beispielsweise virtuelle Kaffeerunden ins Leben gerufen, um sich informell über Neuigkeiten in ihrem Umfeld auszutauschen. Führungskräfte waren besonders gefordert, diesen Rahmen für Mitarbeiter zu schaffen, gerade auch in Härtefällen mit Herausforderungen bei geschlossenen Kitas oder Schulen.

CRN: Welchen Stellenwert bekommen Events und Messen in der Kommunikation mit Partnern? Können virtuelle Formate Präsenzveranstaltungen vor allem im Channel ersetzen?
Diaz: Das physische Zusammenkommen mit Partnern und Kunden auf großen Leitmessen wie der HMI, ANGA COM, IT-SA oder Smart Country Convention bleibt für uns strategisch hoch relevant – aus unserer Sicht lässt sich deren Dynamik und Intensität noch nicht 1-zu-1 in die Online-Welt transportieren. Bei solchen Veranstaltungen führen wir nicht selten mehrere tausend Gespräche mit Unternehmen und Partnern. Das ist nicht dauerhaft digital zu ersetzen.

Kleinere, exklusive Fach-, Branchen- oder Eigenveranstaltungen hingegen haben als Online-Format eine gute Chance. So veranstalten wir zum Beispiel ein Online-Event »Service 4.0« für Bestands- und Neukunden, das wir im September 2020 mit komprimierter Agenda durchführen. In 2021 werden wir dieses Event in einem größeren Kreis weiterführen, dann hoffentlich wieder als physisches Event.

CRN: Wie werden Sie dann die Teilnehmer begrüßen - Kopfverbeugung wie in Japan oder per Vulkanier-Gruß?
Diaz: Bei uns hat sich der Ellenbogengruß durchgesetzt – unter den Kollegen, aber auch mit unseren Partnern und vertrauten Kunden. Die Zeit wird zeigen, ob sich das auch langfristig durchsetzt und die Deutschen auf den guten alten Handschlag verzichten können.

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