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Cloud aus Frankreich

19. Dezember 2017, 13:04 Uhr   |  Andreas Dumont

Cloud aus Frankreich

Octave Klaba, Gründer und CEO von OVH

OVH ist hierzulande kaum bekannt, dabei sieht der Hoster und Cloud-Anbieter AWS, Microsoft und Google als direkte Konkurrenten an.

OVH wurde 1999 von Octave Klaba während seines Studiums in einer Garage in Lille gegründet. Mit 4.000 geliehenen Euro wollte er Webserver bauen. Heute ist der Hauptsitz in Roubaix, und OVH verfügt über 260.000 Server in 27 Rechenzentren. Die Server sind wassergekühlt und sehr energieeffizient. Das Unternehmen erwirtschaftete im Fiskaljahr 2016/2017 einen Umsatz von 400 Millionen Euro und hat 1,3 Millionen Kunden in 138 Ländern. In Deutschland ist OVH seit vier Jahren mit einer Niederlassung in Saarbrücken vertreten und betreibt ein Rechenzentrum in Limburg. »Eine Millisekunde von Frankfurt entfernt«, witzelt Jens Zeyer, Marketing und PR Executive bei OVH Deutschland.

»Partner sind wichtig. Das Partnergeschäft ist eine der zentralen Säulen von OVH«, so Zeyer weiter. Hier sei aber noch viel Potenzial nach oben vorhanden. Zu den Partnern zählen Systemhäuser ebenso wie Systemintegratoren, Managed Service Provider, VARs und Reseller. »Die Partner verdienen insbesondere mit zusätzlichen Dienstleistungen Geld, die sie ihren Kunden in der Cloud anbieten.« Die Marge beim Wiederverkauf der Cloud-Services spiele dabei keine große Rolle.

OVH sieht sich selbst als einen Hyperscaler an, der somit im direkten Wettbewerb mit der Azure-Plattform von Microsoft stehe, mit Amazon Web Services und mit der Google Cloud. Um mit diesen Cloud-Schwergewichten Schritt halten zu können, braucht OVH die Unterstützung von Technologie-Partnern wie AMD, Intel, Samsung oder Nvidia. Vor wenigen Wochen verkündete der französische Anbieter eine Kooperation mit Nvidia, um mit Hilfe von deren Supercomputer eine Art Artificial-Intelligence-as-a-Service anbieten zu können.

Im Rahmen des OVH Summit 2017 wurden drei neue Brands aus der Taufe gehoben: »OVH Cloud« umfasst dedizierte Server sowie Private, Public und Hybrid Cloud für Business-Kunden. OVH macht nach eigenen Angaben rund die Hälfte seines Umsatzes in diesem Bereich. »OVH Spirit« ist günstiger und wendet sich etwa an Startups und junge Unternehmen. »Diese Angebote sind nicht aus jedem Rechenzentrum und nicht in jedem Land gleich, sondern werden auf die Märkte und Techniken vor Ort angepasst«, präzisiert Zeyer. »OVH Market« ist das Telekommunikationsangebot mit Webhosting, die Vergabe und Verwaltung von Domain-Namen, VoIP und DSL. Damit richtet sich OVH prinzipiell an alle Firmen.

Vor einigen Wochen hat OVH die Gründung einer »Open Cloud Foundation« bekanntgegeben. Sie soll quelloffene Standards für die Cloud unterstützen und wo noch keine vorhanden sind selbst entwickeln. Das richtet sich auch gegen die Hyperscaler, die mächtig genug sind, um De-Facto-Standards in der Cloud zu etablieren und Kunden damit auf einen Anbieter festzulegen. Angesprochen auf die jüngsten Ausfälle im November wies Zeyer auf ein unglückliches Zusammentreffen von einem Software-Problem und einem Stromausfall in Straßburg hin. Man sei aber sehr transparent damit umgegangen, und der CEO persönlich habe die betroffenen Kunden ständig auf dem Laufenden gehalten.

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