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Neue IT-Messe Twenty2X

CEBIT-Nachfolger soll kein Nischen-Event sein

17. Februar 2020, 10:15 Uhr   |  Martin Fryba (mit Material von dpa) | Kommentar(e)

CEBIT-Nachfolger soll kein Nischen-Event sein
© Deutsche Messe AG

Sie soll eine Art »Mini-CEBIT« sein, aber speziell für kleinere Unternehmen und mit schärferem Profil: Zur neuen Messe Twenty2X treffen sich vom 17. bis 19. März erstmals mittelständische IT-Anbieter und Anwender in Hannover.

Als das Aus der CEBIT beschlossen war (siehe CRN-Analyse), zogen die Großen weiter oder legten eigene Programme auf. Kleinere Firmen mussten sich auf die Suche nach Alternativen machen. Aber klappt das neue Format in Hannover?


Der Veranstalter Deutsche Messe AG will in zwei Ausstellungshallen (7 und 8) sowie im begleitenden Konferenzprogramm im Convention Center dem Beratungsbedarf im Mittelstand entgegen kommen. Das soll mit einem klaren Fokus auf fünf Digititalisierungsthemen für ein Fachpublikum gelingen: Business Management, New Tech & Startups, New Work,  Public Administration, Security sowie Sourcing Services. Twenty2X findet vom vom 17. bis 19. März 2020 statt.


»Wir haben nach dem Ende der CEBIT sehr schnell gemerkt, dass es das Bedürfnis kleiner und mittelständischer IT-Unternehmen gibt, ihre Angebote auf einer geeigneten Plattform zu zeigen«, sagte Messevorstand Andreas Gruchow der Deutschen Presse-Agentur. »Wir haben auch von Besuchern gehört, dass es keine richtige Plattform mehr gab, auf der sie sich über aktuelle Software-Lösungen informieren können.« Twenty2X wolle beide Seiten zusammenzubringen.


Nur weil es keine selbsterklärte Welt-Leitmesse zur ganzen IT-Branche mehr gebe, bedeute das nicht, dass ein Mittelstandstreffen weniger wichtig sei. »Es ist keine Veranstaltung für die Nische«, so Gruchow. »Auch in der IT-Industrie ist der Mittelstand die tragende Säule.«


In vielen kleineren Firmen sei der Investitionsdruck hoch. »Da kann es um Software für den Einkauf oder das Controlling gehen, aber auch um Finanzsysteme, Programme zur Datensammlung und -analyse sowie vor allem Schnittstellen zu den Kunden«, sagte der Manager. »Sind heute noch Server die richtige Lösung, oder muss ich mit meiner Software in die Cloud?«


Und IT-Sicherheit sei ein großes Thema: »Wir hören immer wieder, dass bei gestiegener Wahrscheinlichkeit von Cyber-Attacken jeder Mittelständler gut beraten ist, sich aktuell zu informieren.

CEBIT-Kenner Sascha Lobo kommt
180 Unternehmen aus elf Ländern nehmen an der Twenty2X teil, darunter 35 Start-ups (Aussteller-Übersicht). Auch einige Branchenschwergewichte wie IBM oder Dell sind dabei. Die Messe ist als jährliches Format angelegt. Bei der Twenty2X soll es auch Workshops und Vorträge geben. Unter anderem kommt Netzexperte und Blogger Sascha Lobo. Mutig, dass die Deutsche Messe ausgerechnet jenen prominenten Beobachter der Informationstechnologie zu Wort kommen lässt, der  die Gründe für das Aus des damals neuen Starts der CEBIT als Digital-Event scharfsinnig analysiert hatte. Lobo hatte als externer Berater die CEBIT von 2008 bis 2012 begleitet.


Im öffentlichen Dienst gebe es ebenfalls digitalen Nachholbedarf, sagte Gruchow: »Es ist ein Riesenthema für die Behörden und Verwaltungen, den Bürger mittels IT-Anwendungen einzubeziehen. Dadurch kann man als Verwaltung erheblich schneller und deutlich effizienter werden.«


Zur letzten, bereits stark abgespeckten CEBIT als »Digital-Event« im Juni 2018 hatten die Veranstalter von bis zu 2.800 Ausstellern gesprochen. Die Messelandschaft habe sich verändert, worauf die CEBIT-Macher denn auch mit einem neuen Konzept in Richtung Digital-Event reagiert hatten (CRN berichtete) – mutig, aber letztlich vom Markt – Aussteller und Besucher – nicht honoriert.

»Die CEBIT wollte einem weltweiten Publikum die digitale Welt von morgen zeigen, mit internationalen Ausstellern rund um den Globus. In der heutigen Welt der Fachmessen merken wir aber, dass jede davon digitale Themen selbst als Treiber beinhaltet.« Die Hannover Messe etwa übernahm etliche Ansätze.


Während die CEBIT Ende 2018 nach einer Phase längerem Aussteller- und Besucherschwund abgesagt worden, gibt es im Ausland nach wie vor CEBIT-Ableger.  

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