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»Kein gutes Jahr«

Brexit bremst IT-Ausgaben in Europa

12. November 2018, 07:59 Uhr   |  Daniel Dubsky

Brexit bremst IT-Ausgaben in Europa
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Die Ausgaben für IT sind laut Gartner in diesem Jahr nur leicht angestiegen. Kein gutes Jahr, urteilen die Marktforscher. Und Besserung ist erstmal nicht in Sicht, solange der Brexit für Unsicherheit sorgt.

Gartner zufolge werden in der EMEA-Region in diesem Jahr rund 953 Milliarden Dollar für IT ausgegeben. Das ist zwar ein Anstieg von 5,8 Prozent gegenüber 2017, doch allein vier Prozentpunkte davon sind dem starken Euro zu verdanken. »2018 ist kein gutes Jahr für die IT-Ausgaben in EMEA«, urteilt denn auch Gartners Research-Chef John Lovelock und erklärt: »Die IT-Ausgaben stagnieren und werden weiter stagnieren, bis die Unsicherheiten rund um den Brexit aufgelöst sind.«

Für 2019 prognostiziert man bei Gartner daher auch nur einen geringen Anstieg von 2 Prozent auf 973 Milliarden Dollar. Allerdings gibt es innerhalb der IT-Branche einige Wachstumsbereiche, die stärker zulegen, etwa Enterprise-Software und IT-Services. Für Enterprise-Software sehen die Marktforscher im kommenden Jahr ein Wachstum von 7,3 Prozent auf knapp 117 Milliarden Dollar, für IT-Services eines um 4,4 Prozent auf 299 Milliarden Dollar. Andere Bereiche wie Datacenter-Systeme oder Kommunikationsservices stagnieren dagegen, der Markt für Endgeräte schrumpft. Besonders groß ist hier das Minus im Consumer-PC-Bereich (-9,1 Prozent), während Business-Rechner noch auf ein minimales Wachstum (1 Prozent) kommen. Der in diesem Jahr noch wachsende Smartphone-Markt (4,4 Prozent) wird laut Gartner kippen und ebenfalls schrumpfen (-1,1 Prozent).

Daneben gibt es einige bereichsübergeifende Themen, die für starke Nachfrage sorgen. So sollen den Gartner-Prognosen zufolge die Ausgaben für Public-Cloud-Services in EMEA im kommenden Jahr um 15 Prozent auf 38,5 Milliarden Dollar zulegen. Der Security-Markt wird voraussichtlich ein Wachstum von 7,8 Prozent und ein Volumen von 40 Milliarden Dollar erreichen – Gartner zufolge weiterhin stark angetrieben von der Datenschutzgrundverordnung. »Die Durchsetzung der DSGVO hat Security zur Priorität für Geschäftsführer und Vorstände gemacht. Organisationen, die die ihre Kundendaten nicht schützen, schützen ihren Brand nicht«, so Lovelock.

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