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Volatiles Wachstum durch Teilung

Bitcoin: Spekulationsobjekt statt Zahlungsmittel

18. August 2017, 12:34 Uhr   |  Lars Bube

Bitcoin: Spekulationsobjekt statt Zahlungsmittel
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Die Aufspaltung des Bitcoin zeigt, die Kryptowährung ist längst zum überbewerteten Spekulationsobjekt geworden. Die Kurszuwächse zeugen von einem Hype, der sich immer mehr selbst beschleunigt. Irgendwann wird aber auch diese Blase platzen.

Mit dem Bitcoin verhält es sich ein bisschen wie mit der Apple-Aktie: Hätte man nur früh genug in die Kryptowährung investiert, müsste man heute nicht mehr arbeiten. Doch jeder, der sich über die verpasste Chance ärgert, sollte nicht mit seinem Schicksal hadern, denn schlimmer geht es immer — auch bei Kryptowährungen. Legendär ist die Pizza-Bestellung des Software-Entwicklers Laszlo Hanyecz, der damals für 30 Dollar Pizza bestellte und in Bitcoins zahlte. Diese Bestellung ist sieben Jahre später über 40 Millionen Dollar wert. Wer die tägliche Wertsteigerung der Fast-Food-Bestellung nachverfolgen will, kann bei Twitter dem Account @bitcoin_pizza folgen.

Im Gegensatz zu Apple-Papieren stecken aber keine realen Werte hinter Kryptowährungen. Vielmehr sind sie zum Spielball von Spekulanten geworden, die aktuellen Kurssteigerungen sind von der ihnen zugedachten Funktion — schnelle, anonyme und unkomplizierte Bezahlung im Web — vollkommen abgekoppelt. Die Aufspaltung des Bitcoins hat daran nichts geändert, im Gegenteil: Die Spirale der Wertsteigerung dreht sich schneller als je zuvor. Der Grundgedanke hinter der nun erfolgten Abspaltung der neuen Währung »Bitcoin Cash« vom Bitcoin ist eigentlich nachvollziehbar. Mit dem Schritt soll ein Flaschenhals im Bitcoin-Code beseitigt werden — die Blockgröße.

In den Block eines jeden Bitcoins werden sämtliche Transaktionen, die das jeweilige virtuelle Geldstück durchlaufen hat, eingetragen. Da der Code des originalen Bitcoins allerdings nur ein Megabyte groß ist, wird immer mehr Rechenleistung benötigt, um diese Blockchain auf so kleinem Raum zu komprimieren. Inzwischen muss man entweder lange (bis zu 24 Stunden) warten, bis die neue Information in den Bitcoin eingetragen wurde, oder man zahlt viel Geld für potente Hardware, die diese Aufgabe schnell erledigt. Egal wie, praktikabel ist anders.

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