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Compliance-Anforderungen

Beratungsbedarf bei Aufbewahrung von Datenbankinhalt

15. Dezember 2010, 15:03 Uhr   |  Folker Lück

Beratungsbedarf bei Aufbewahrung von Datenbankinhalt

Stefan Brandl von CSP: »Offensichtlich wissen viele Firmen nicht zuverlässig, welche Daten eigentlich in ihren Datenbanken stecken«. (Foto: CSP)

Eine Umfrage unter Datenbank-Administratoren und CIOs hat die CSP GmbH & Co. KG auf der diesjährigen DOAG-Konferenz durchgeführt. Zentrales Ergebnis: Bei der Langzeit-Aufbewahrung von Datenbankinhalten besteht in den meisten Unternehmen noch Beratungsbedarf.

Ebenso wie Dokumente und E-Mails müssen auch die Inhalte relationaler Datenbanken revisionssicher aufbewahrt werden. Diese compliance-relevante Anforderung überlassen zehn Prozent der von CSP Befragten einem Dienstleister, ohne diesem spezielle Vorgaben zu machen, wie die Daten aufzubewahren sind oder wie die Unveränderbarkeit sichergestellt werden soll. 17 Prozent der Befragten machen ihrem Dienstleister exakte Vorgaben, während 70 Prozent die Daten ausschließlich intern vorhalten. CSP hat in diesem Jahr zum dritten Mal die Teilnehmer der Oracle-Anwenderkonferenz zu ihren Datenbank-Strategien befragt.

Die Frage, anhand welcher Mechanismen die Revisionssicherheit gewährleistet wird, beantworteten 42 Prozent der Befragten damit, dass alle Daten im Online-Zugriff stünden. Immerhin 30 Prozent nutzen Oracle Export Files und lagern die Daten auf revisionssichere Speicherbereiche aus. Elf Prozent gehen mit Oracle Audit Vault auf Nummer Sicher. 15 Prozent haben zu dieser Fragestellung keine genauen Angaben gemacht.

Lediglich 32 Prozent der Umfrage-Teilnehmer lagern inaktive Daten aus der Produktivdatenbank aus und bewahrt sie auf Speichermedien auf, hierzu wird entsprechend auf eigen entwickelte Methoden gesetzt. 25 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass es in ihrer Datenbank keine inaktiven Daten gebe. Diese Aussage steht im deutlichen Kontrast zu klassischen Studien, nach denen rund 85 Prozent der Daten in Datenbanken kaum genutzt und nur noch aus Compliance-Gründen aufbewahrt werden. Auch eine Umfrage von CSP aus dem Jahr 2008 unter Anwendern produktiver Oracle-Datenbanken ergab noch ein solches Bild. Immerhin sagen bei der aktuellen Befragung 36 Prozent der Teilnehmer, dass inaktive Daten in ihrem Hause zwar identifiziert, aber nicht ausgelagert würden.

»Offensichtlich wissen viele Firmen nicht zuverlässig, welche Daten eigentlich in ihren Datenbanken stecken. Dies ist einerseits aus Compliance-Gründen kritisch, wenn aufbewahrungswürdige Daten aus diesem Grunde nicht sachgerecht aufbewahrt werden. Andererseits vernachlässigen die Unternehmen Einsparpotenziale, die sich durch das Auslagern von inaktiven Daten auf preiswerte Speichermedien erzielen lassen und nehmen gleichzeitig Performanceverluste bei ihrer Produktivdatenbank in Kauf«, kommentiert Stefan Brandl von CSP.

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