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Erfolg für SAP und Microsoft

Aufsteiger und Absteiger in der Wirtschaft 2019

27. Dezember 2019, 15:06 Uhr   |  dpa

Aufsteiger und Absteiger in der Wirtschaft 2019
© Microsoft

Während das Jahr 2019 für die Chefs einiger Traditionskonzerne wie Boeing wenig Erfreuliches zu bieten hatte, konnten Tech-Größen wie Microsofts Satya Nadella punkten.

AUFSTEIGER:

CHRISTINE LAGARDE: Die Französin ist seit November die erste Frau an der Spitze der Europäischen Zentralbank. Die Juristin ist keine Ökonomin und sammelte auch keine Erfahrung in der Führung einer nationalen Notenbank. Doch Lagarde navigierte vor einem Jahrzehnt als französische Finanzministerin durch die globale Finanzkrise und spielte danach an der Spitze des Internationalen Währungsfonds eine Schlüsselrolle bei den Rettungsbemühungen für Griechenland. Den neuen Job übernimmt die 63-Jährige in einer schwierigen Zeit: Die Zinspolitik der EZB ist umstritten, genauso wie der Kurs, in großem Stil Staatsanleihen aufzukaufen.

SATYA NADELLA: Als der Börsenwert von Microsoft im Sommer 2019 eine Billion Dollar überschritt und der Software-Konzern zumindest zeitweise zum teuersten Unternehmen der Welt wurde, war das die symbolische Krönung des Neuanfangs beim einstigen Windows-Dino. Microsoft hat den Erfolg dem Kurswechsel unter Nadella zu verdanken: Er richtete den Konzern auf das Cloud-Geschäft aus und löste ihn aus der Abhängigkeit vom Geschäft mit Windows und Office.

JENNIFER MORGAN: Mit der Amerikanerin als Co-Chefin von SAP rückte im November erstmals eine Frau an die Spitze eines DAX-Unternehmens vor. Zusammen mit Christian Klein will die 48-Jährige Europas größten Softwarekonzern mit Effizienzsteigerungen, Sparmaßnahmen und noch mehr Fokus auf das Cloud-Geschäft auf Kurs halten. Morgan ist seit 2004 bei SAP und seit 2017 im Vorstand, sie war zuletzt für die Cloud-Geschäftsbereiche verantwortlich. Frei wurde der SAP-Chefposten durch den Wechsel von Bill McDermott zum Cloud-Anbieter ServiceNow.

HILDEGARD MÜLLER: Die ehemalige CDU-Politikerin soll das Image der deutschen Autobranche wieder aufpolieren. Als neue Chefin des zuletzt glücklos agierenden Lobbyverbandes VDA wird sie auch die Risse im Verhältnis der Autoriesen kitten müssen, unter anderem, wenn es um das Tempo beim Wandel zur E-Mobilität geht. Müller war bis Oktober Netzchefin des Energiekonzerns Innogy, eines großen Betreibers von Ladesäulen für Elektroautos in Deutschland.

MICHAEL LOHSCHELLER: Der 51-Jährige hat den Autobauer Opel aus der Dauerkrise gelenkt. Unter der harten Ägide der französischen Konzernmutter PSA wurden in den deutschen Werken Tausende Stellen gestrichen und Produktionskosten gesenkt, ohne Leute entlassen zu müssen. Zum Halbjahr wies Opel einen operativen Rekordgewinn von 700 Millionen Euro aus. Zum Dank wurde Marathonläufer Lohscheller als erster Deutscher in den PSA-Vorstand berufen.

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