Software as a Service: Verbraucher lehnen Miet-Software ab

Die deutschen Verbraucher stehen Software-Abos kritisch gegenüber. Über die Hälfte will lieber einen physischen Datenträger erwerben, als Miete zu bezahlen.

Laut der Umfrage wollen die meisten Deutschen keine Software-Abos. (Grafik: Corel)

Wenn es um ihre Anwendungssoftware geht, zeigen sich die deutschen Verbraucher weiterhin eher konservativ. Laut einer aktuellen Umfrage unter 1.000 deutschen Verbrauchern im Auftrag des Softwareherstellers Corel ziehen es derzeit 62 Prozent der Befragten vor, ihre Software weiterhin in Form eines Datenträgers zu erwerben. Knapp die Hälfte von ihnen bestellt diese am liebsten im Internet, 25 Prozent kaufen am liebsten beim Fachhändler ihrer Wahl. Weitere 33 Prozent geben an, ihre Anwendungen am liebsten per elektronischem Software-Download (ESD) zu beziehen. Damit ist das Internet der wichtigste Handelsplatz für Verbrauchersoftware.

Wenig beliebt sind hingegen Cloud-Modelle, bei denen die Software als Service nur gemietet wird. Nur ein Prozent der Befragten geben an, diesen Vertriebsweg zu bevorzugen. Neben dem Fehlen eines physikalischen Datenträgers stört die Verbraucher dabei vor allem das Miet-Modell: Für 87 Prozent ist die Verpflichtung zu fortlaufenden Zahlen das wichtigste Argument gegen SaaS-Lösungen. Drei Viertel der Nutzer stört es darüber hinaus, dass sie die Software nach dem Ablauf des Abos nicht mehr weiter nutzen können, ohne erneut zu bezahlen. Vor allem die Kosten stehen also für die Verbraucher im Vordergrund. Knapp zwei Drittel gehen davon aus, dass sie bei einem Mietmodell auf Dauer deutlich teurer wegkommen als beim Kauf einer Software. Gleichzeitig zeigt die Umfrage auch weiteren Aufklärungsbedarf bei den Nutzern. Mit 43 Prozent gibt fast die Hälfte von ihnen an, den Begriff der »Cloud« noch immer nicht zu verstehen.

»Zwar ist bei immer mehr Unternehmenskunden und professionellen Anwendern ein deutlicher Trend in Richtung Cloud zu sehen, aber wir erkennen auch, dass es noch Zeit braucht, bis unsere Consumer-Kunden bereit sind, Software zu mieten und in der Cloud zu nutzen«, erklärt Elke Steiner, Geschäftsführerin der Corel GmbH. Mit einem Seitenhieb auf die neue Cloud-Strategie des Konkurrenten Adobe führt sie weiter aus: »Im Vergleich zu anderen Herstellern in der Branche, wollen wir unseren Kunden nicht vorschreiben, wie sie ihre Software kaufen sollen. Deshalb wird unsere Strategie weiterhin sein, unseren Kunden ob im Lizenz- oder Consumer-Bereich beim Software-Kauf die volle Auswahl zu lassen – Box, Download oder Cloud.«