Betriebssystem mit Altersschwäche: Microsoft und BSI warnen vor Windows XP

Auch wenn die geplante Lebensdauer von Windows XP noch knapp ein Jahr beträgt: Wer den Oldie noch nutzt, hat ein 50-fach erhöhtes Risiko sich Schadsoftware einzufangen.

Das noch immer sehr beliebte Windows XP hat seine besten Zeiten hinter sich. (Bild: VeSilvio - fotolia.com)

Es war einer der größten Erfolge in der Geschichte von Microsoft: Doch inzwischen hat das im Oktober 2001 veröffentlichte Betriebssystem Windows XP eindeutig seinen Zenit überschritten. Sogar Microsoft selbst empfiehlt den Nutzern deshalb dringend den Umstieg auf einen der Nachfolger. Mit dieser Empfehlung hat der Softwareriese nachweisbar nicht nur den eigenen Umsatz im Auge. Zwar läuft der Support mit Updates für kritische Sicherheitslücken in XP erst im nächsten Jahr aus (siehe: Windows XP-Verfallsdatum rückt näher), doch schon jetzt zeigt der Kern deutliche Zerfallserscheinungen. In sehr eindrücklicher Weise zeigen das aktuelle Malware-Statistiken. So haben XP-Nutzer laut dem aktuellen Security Intelligence Report (SIR) beispielsweise eine um den Faktor 50 größere Chance, dass Ihr System von Schadsoftware verseucht wird, als jene des aktuellen Windows 8 64-Bit (siehe Grafik). Diese Abwehrschwäche ist schlicht und einfach darin begründet, dass viele aktuelle Entwicklungen wie die omnipräsente Nutzung des Internets sowie auch damit in Verbindung stehende Gefahren und Angriffswege, zur Geburtsstunde von XP noch nicht absehbar waren. Auch das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) stimmt deshalb in den Abgesang mit ein und empfiehlt insbesondere Unternehmen, aber auch Privatpersonen, sich möglichst bald ein neues Betriebssystem zuzulegen und zu installieren.

Um Unternehmen den Umstieg auf die aktuellen Versionen von Windows und Office zu vereinfachen, hat Microsoft unter dem Namen Get2Modern einige spezielle Angebote geschnürt. Firmen die noch Windows XP mit Microsoft Open-Lizenzen nutzen, bekommen auf diesem Weg beispielsweise (noch bis 21. Juni 2013) 15 Prozent Rabatt auf Windows 8 Pro- und Office 2013-Upgrades. Wer nicht gleich den vollen Betrag und Aufwand für den Wechsel auf Windows 8 Lizenzen leisten will oder kann, hat unabhängig von solchen Einführungsangeboten noch die Alternative, auf gebrauchte Software zurückgreifen. Damit wird auch die, besonders für Unternehmen interessante, Migration zu anderen Windows-Versionen möglich. Beispielsweise ist auf diesem Wege Windows 7 Professional aktuell zwischen 50 und 70 Euro pro Rechner zu haben.

Der Einsatz von XP wird laut Security-Reports wie dem SIR immer gefährlicher. (Grafik: Microsoft)

Lars, but not Least:

Unter den Lesern von crn.de ist Windows XP noch immer das am zweit häufigsten verwendete Betriebssystem. Über 17 Prozent der Rechner unserer Seitenbesucher nutzen die alte Dame noch. An Position eins steht Windows 7 mit einem Anteil von knapp 55 Prozent. Nicht jede IT-Abteilung scheint sich also der mit XP verbundenen Gefahren wirklich bewusst zu sein, oder es fehlen Mittel und Ressourcen für eine Migration. Hier klaffen auch unsere eigenen theoretischen Ansprüche und die Realität auseinander: Diese Nachricht wurde auf einem Rechner geschrieben, der mit Windows 7 ausgeliefert und anschließend auf Windows XP downgegraded wurde, um mit diversen Eigenentwicklungen kompatibel zu sein…