Anbieter brauchen Knowhow: Hosting-Markt im Wandel

Der von Mittelständlern geprägte hiesige Hosting-Markt ist im Wandel. Während das herkömmliche Geschäft die Sättigungsgrenze erreicht, wächst die Nachfrage nach Cloud-Lösungen und Managed Services.

Rechenzentrum von Strato in Berlin (Bild: Strato)

Mehr als neun Milliarden Euro Umsatz erzielten im vergangenen Jahr die Hosting-Unternehmen in Deutschland. Einer Experton-Untersuchung zufolge hat dieser Markt gegenüber dem Vorjahr um mehr als sieben Prozent zugelegt. Das Geschäft wächst im Vergleich zum ITK-Gesamtmarkt überdurchschnittlich.

Der klassische Hosting-Markt nähert sich einer Stagnation, was die Aussichten der Anbieter aber nicht zwangsläufig trübt, da parallel Cloud Services kräftig wachsen. Noch entsprechen die Ausgaben der deutschen Anwenderunternehmen für Cloud Services zwar nur etwa einem Zehntel des Hosting-Markts, doch das Geschäft mit Cloud Services wächst derzeit um über 50 Prozent pro Jahr. Cloud Services werden deshalb nach Einschätzung der Analysten von Experton im Jahr 2015 mehr als 40 Prozent des Hosting-Marktvolumens ausmachen.

Erfreulich in der oft von Global Playern dominierten IT-Branche ist es, dass das Hosting-Geschäft nicht ausschließlich in der Hand weniger IT-Konzerne liegt, sondern zahlreiche lokal aufgestellte, inhabergeführte Mittelständler erfolgreich mitmischen. Hinzu kommen Domain-Reseller, Reseller von Infrastruktur und Anbieter von Managed Hosting-Lösungen, zumeist Systemhäuser, IT-Consultants und Lösungsanbieter, die für ihre Kunden Hosting-Services erbringen, aber zumeist keine eigenen Rechenzentren betreiben. Sie alle partizipieren am Hosting-Geschäft.

Die beiden bekanntesten und größten Anbieter sind freilich schon über das Niveau eines typischen Mittelständlers hinaus gewachsen: 1&1 und Strato. Die zu Ralph Dommermuths Internetkonzern United Internet AG gehörende 1&1 hostet über 19 Millionen Domains für Kundenwebsites. Neben Shared-Hosting-Tarifen werden auch dedizierte und virtuelle Server sowie diverse E-Mail-Lösungen angeboten. Längst hat sich das 1988 gegründete Unternehmen auch international aufgestellt und ist beispielsweise auch in Polen, Spanien, Großbritannien, den USA und Argentinien auf dem Markt aktiv.

Die Strato AG – mit rund vier Millionen Domains und knapp 500 Mitarbeitern heute die Nummer zwei auf dem hiesigen Markt – ging 1997 aus einer von dem ehemaligen Escom-Vorstand Marc Alexander Ullrich und dem früheren 1&1-Geschäftsführer Norbert Stangl gegründeten Unternehmensberatung hervor. Das Unternehmen hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Schon zwei Jahre nach der Firmengründung verkauften die beiden Firmengründer an die Berliner Teles AG, die Strato fünf Jahre später wiederum veräußerte – diesmal an Freenet. Ende 2009 erfolgte ein weiterer Besitzerwechsel. Seitdem ist Strato ein Tochterunternehmen der Deutschen Telekom.

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