Eve Online kommt ins MoMA: Epische Weltraumschlachten im Kunst-Museum

Hunderte Spieler aus aller Welt haben am Wochenende ihre Videos für die Präsentation des MMORPG Eve Online im New Yorker Museum of Modern Arts eingereicht. Mit dabei auch der deutsche Künstler Burgy Zapp, der uns seinen Film auf crn.de vorab zeigt.

Auch ein deutscher Beitrag ist unter den Bewerbungen für den MoMA-Film. (Bild: Burgy Zapp)

Seit der Erfindung des PCs diskutieren Generationen von Eltern mit ihren Kindern über Sinn und Unsinn ihrer – für gewöhnlich als zu intensiv empfundenen - Beschäftigung mit virtuellen Spielwelten. Dass Computerspiele jedoch inzwischen sogar ein wichtiger Teil unserer menschlichen Digital-Kultur geworden sind, wollen viele nicht wahr haben. Dabei hat selbst das wohl über jeden Zweifel erhabene Museum of Modern Art (MoMA) in New York bereits ein entsprechend deutliches Zeichen gesetzt und 14 Computerspiele in seine Sammlung bedeutender Kunst- und Kulturgüter aufgenommen. Neben Uralt-Klassikern wie Pac-Man ist auch das 2003 gestartete Massive-Mehrspieler-Online-Rollenspiel (MMORPG) Eve Online dabei.

Während andere der auf diese Weise geehrten Spielefirmen und Entwicklerstudios im Prinzip einfach einen Kasten mit ihrem Spiel und einigen Erklärungen dazu im MoMA auf- und ausstellen wollen, möchte der Eve-Publisher CCP aus Island seine Spieler lieber selbst zu den Museumsbesuchern sprechen lassen. Bis Sonntagnacht (9.12.) konnten die Raumschiffpiloten ihren Vorschlag für die Ausstellung im MoMA einreichen. Die Aufgabe: Einen Tag in der Spielwelt »New Eden« abzubilden. »Wir wollten nicht einfach nur einen PC mit Maus und Tastatur in die Ecke stellen, auf dem Eve läuft, und damit riskieren, dass die ungeübten Museumsbesucher verzweifelt davor stehen und etwa versuchen, die Türe ihres Quartiers zu öffnen oder beim Abdocken in Jita (Handelszentrum) reihenweise abgeschossen werden. Wir haben uns deshalb für eine eher lineare Form der Präsentation für Eve entschieden«, so CCPs Aufforderung an die rund 500.000 Kapselpiloten. »Also lasst uns Sonntag den 9. Dezember zu einem der aufregendsten Tage in Eve machen und ihn fest auf Film bannen, damit er in den selbst vor der Apokalypse sicheren Atomschutzkellern im MoMA auf ewig archiviert wird. «

Mit unter den eingereichten Videos ist auch der deutsche Künstler Burgy Zapp aus Berlin, der in einem gut 5 Minuten langen Spot das Unmögliche versucht – die wohl komplexeste aller Spielwelten in allen ihren Facetten kurz und bündig vorzustellen. Das gelingt ihm angesichts der Masse an zu transportierenden Informationen erstaunlich gut – und vor allem unterhaltsam. Aber sehen Sie selbst: