Kompromiss mit US-Behörden gesucht: Kim Schmitz bietet freiwillige Auslieferung an

Obwohl er gerade erst vom obersten neuseeländischen Gericht den Rücken gestärkt bekommen hat, will sich Kim Schmitz nun offenbar unter Umständen freiwillig an die USA ausliefern.

Kim Schmitz hat den US-Behörden überraschend eine freiwillige Auslieferung angeboten. (Bild: Video-Screenshot aus Interview mit 3news.co.nz)

Überraschende Wendung im Fall Megaupload: Kim Schmitz, der Anfang des Jahres als Hintermann des Filehosters in Neuseeland verhaftet worden war und inzwischen wieder mehr oder minder auf freiem Fuß ist, hat überraschend eine freiwillige Auslieferung an die USA in Aussicht gestellt. Dabei hatte gerade erst das oberste Gericht entschieden, dass die Verhaftung und Beschlagnahmungen großteils nicht rechtens waren und deshalb auch das Verfahren über eine Auslieferung auf März nächsten Jahres verschoben (crn berichtete).

Dieser Aufschub bringt Schmitz nun jedoch offenbar in Bedrängnis, vor allem finanziell. Wie der exzentrische Internetunternehmer in einem Interview mit der Tageszeitung New Zealand Herald erklärt, geht ihm langsam aber sicher das Geld aus, da die meisten seiner Konten trotz der jüngsten Entscheidungen für ihn noch immer eingefroren sind. Weder könne er so seine 22 Anwälte in aller Welt bezahlen, noch ausreichend für sich, seine Familie und die Angestellten sorgen, so Schmitz. Er ist sich deshalb sicher, dass die US-Behörden hinter der erneuten Verschiebung stecken und ihn mit dieser Hinhaltetaktik absichtlich am sprichwörtlichen ausgestreckten Arm verhungern lassen wollen. »Bei mir sind Anwaltsrechnungen in Höhe mehrerer Millionen Dollar aufgelaufen, von denen keinen einzigen Cent bezahlen kann. Sie wollen mich offenbar ausbluten lassen und abwarten, bis ich mir keinerlei Rückendeckung mehr leisten kann.«, erklärt Schmitz der Zeitung.

Deshalb geht Schmitz nun zum Gegenangriff über: Kim »Dotcom«, wie er sich inzwischen auch gerne nennt, bietet dem amerikanischen Justizministerium in dem Interview einen Kompromiss an. Sollte man ihm zumindest einen Teil seines Vermögens zurückgeben und einen fairen Prozess zusichern, so Schmitz, seien er und seine Mitangeklagten bereit, freiwillig in die USA zu kommen. Er gehe davon aus, dass er das Verfahren klar gewinnen werde und problemlos wieder abreisen könne, so Schmitz. Genau deshalb rechnet er allerdings selbst nicht damit, dass die Vereinigten Staaten dem Deal zustimmen werden: »Sie werden dem nie zustimmen, da sie genau wissen, dass sie dieses Verfahren niemals gewinnen können.«