Weiterer Zukauf im SaaS-Segment: SAP will den Cloud-Anbieter Ariba übernehmen

Der Softwareanbieter SAP steht vor einem weiteren großen Zukauf im SaaS-Segment: Für 4,3 Milliarden Dollar wollen sich die Walldorfer den kalifornischen Beschaffungsspezialisten Ariba einverleiben und das Cloud-Geschäft auf diese Weise ausbauen.

SAP kauft im Cloud-Bereich aggressiv zu.

Der Softwareriese SAP bietet 4,3 Milliarden Dollar (3,3 Milliarden Euro) für die Firma Ariba, die eine Plattform in Internet betreibt, über die sich handeltreibende Unternehmen vernetzen können. Die Offerte liegt um 20 Prozent über dem Börsenwert von Ariba am 21. Mai, SAP will dafür ein Darlehen in Höhe von 2,4 Milliarden Euro aufnehmen. Die Transaktion soll im dritten Quartal abgeschlossen werden und sich ab dem kommenden Jahr auf das Ergebnis von SAP positiv auswirken.

Ariba wurde 1996 in Kalifornien mit der Geschäftsidee gegründet, Beschaffungsprozesse über das Internet zu unterstützen und abzuwickeln. Heutzutage wird das Unternehmen als Cloud-Anbieter bezeichnet. Der Umsatz betrug im Jahr 2011 444 Millionen Dollar, was in diesem Segment für den zweiten Platz hinter Salesforce.com reichte.

Die Zustimmung der Börsenaufsicht und der Aktionäre muss noch erfolgen, das Ariba-Management hat den Deal bereits abgenickt. Der Name Ariba soll erhalten bleiben, doch SAP will künftig in diesem Bereich alle Beschaffungsapplikationen zusammenfassen. Der bisherige CEO von Ariba, Bob Calderoni, soll als Vorstandsmitglied von SAP weitermachen. SAP will bei der Ariba-Plattform künftig die In-Memory-Technologie Hana sowie Analysesoftware einsetzen. »Indem wir unser offenes globales Netzwerk mit den Lösungen und Analytics-Werkzeugen von SAP verbinden, gehen wir in eine neue Ära der Business-to-Business-Zusammenarbeit und erreichen eine vorher nicht dagewesene Produktivität«, sagt Calderoni.

SAPs Co-CEOs Jim Hagemann Snabe und Bill McDermott lassen in einer Pressemitteilung wissen: »Das zusätzliche Angebot von Ariba schafft das Geschäftsnetzwerk der Zukunft, bringt unseren Kunden unmittelbaren Mehrwert und ist für SAP ein zusätzlicher Wachstumstreiber im Cloud-Geschäft.« Bislang sind die Kunden von Ariba überwiegend in Nordamerika ansässig. Erhebliches Wachstumspotenzial sieht das SAP-Management in den Schwellenländern Lateinamerikas und des Nahen Ostens sowie in China, in Europa ergeben sich durch die große Kundenbasis von SAP Chancen.

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