Clouds, Mobility und In-Memory-Speicherung im Fokus: SAP liefert Applikationen für neue Technologien

Der Softwareanbieter SAP bringt zahlreiche Applikationen für Clouds, mobile Geräte und In-Memory-Datenhaltung auf den Markt. Die Kunden müssen der Hersteller und seine Partner erst noch überzeugen.

SAP kommt mit Neuerungen zu Clouds, mobilen Geräten und In-Memory-Verarbeitung auf dem Markt nur langsam voran.

Nun schon im dritten Jahr wirbt SAP für die zusätzlichen Geschäftsfelder Cloud Computing, Mobilität und In-Memory-Datenbanken. Doch noch immer stehen diese Gebiete, die die vorhandene und marktführende operative sowie analytische Software ergänzen sollen, im Markt nahezu am Anfang.

Beim Cloud Computing gibt es ein mittlerweile etabliertes SaaS-Angebot für Mittelständler namens Business ByDesign, für dessen Vermarktung der neue Bereichsleiter Lars Dalgaard, zuvor CEO des übernommenen SaaS-Spezialisten Success Factors, vergangene Woche auf der Kundenveranstaltung Sapphire in Florida allerdings harsche Worte fand. Künftig soll diese Produktlinie vor allem für Finanzprozesse und Dienstleister positioniert werden.

Die Ziele sind hoch gesteckt: Die Umsätze mit Cloud-Software sollen in den kommenden Jahren von mageren 18 Millionen Euro im vergangenen Jahr auf 2 Milliarden Euro steigen. Auch dann würden die Cloud-Einnahmen freilich nur rund zehn Prozent zum Umsatz beitragen. SAP plant, SaaS-Applikationen künftig lose zu koppeln und um Mitarbeiter-, Finanz-, Kunden- und Lieferantenprozesse herum zu vermarkten. Auch Funktionen für die Datenauswertung, die Zusammenarbeit und mobile Geräte soll es geben.

Auf jenem Kongress hat SAP bereits weitere Cloud-Applikationen auch für Großunternehmen vorgestellt. So offeriert der Hersteller seine Software für Gehaltsabrechnungen nun im SaaS-Modell, integriert mit der zugekauften Software für das Personalwesen von Success Factors. Bald soll außerdem Financials OnDemand für Auftragsabwicklung und Bezahlvorgänge verfügbar werden. Die neue Version von Travel OnDemand wird mobile Schnittstellen aufweisen. Die Vertriebsapplikation Sales OnDemand wird neben Vertriebsaspekten künftig Marketing und Social Selling einbeziehen. Die Integration mit der On Premise zu betreibenden Business Suite, dem Kernangebot und Hauptumsatzträger von SAP, ist ebenfalls vorgesehen.

Neu im SAP-Portfolio ist die Applikation Social Customer Engagement OnDemand, dank der Marketing- und Service-Mitarbeiter mit ihren Kunden über soziale Medien wie Facebook und Twitter kommunizieren sollen. Die SaaS-Applikation Sourcing OnDemand schließlich unterstützt Unternehmen bei der Beschaffung einschließlich des Lieferanten- und Vertragsmanagements. Die Integrierbarkeit mit der Business Suite ist in Arbeit.

Nicht zuletzt wird es die Middleware Netweaver künftig im Sinn von Platform as a Service (PaaS) als Ablaufumgebung mit Funktionen für die Anwendungsentwicklung in der Cloud geben. Möglich ist auch ein Zusammenwirken mit dem Produktpaket Cloud Foundry des Virtualisierungsmarktführers VMware. Die Integration seiner On-Premise- und seiner Cloud-Software will SAP ebenfalls durch eigene Internet-Dienste unterstützen (Integration as a Service).

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