Weichenstellung für weitere Expansion: SAP schafft globales Management-Gremium

Mit einem Global Managing Board will der Softwareanbieter SAP die operativen Geschäfte stabilisieren und das Wachstum ankurbeln. Neben den derzeitigen Vorstandsmitgliedern ziehen zunächst Lars Dalgaard und Robert Enslin in das zusätzliche Führungsgremium ein.

Zusätzliche Märkte für mehr Wachstum

Insgesamt wird die Verantwortung auf mehrere Schultern verteilt als bisher. »Mit Lars und Rob als Teil unseres neuen Global Managing Board sind wir jetzt richtig aufgestellt, um unsere Innovationen in den fünf Marktkategorien zu skalieren«, lässt das CEO-Duo in einer Pressemitteilung wissen. Alle 18 Monate soll ein weiteres Marktsegment hinzukommen. Dafür ließe sich das neue Global Managing Board entsprechend erweitern. 2015 soll der weltweite Gesamtumsatz dann 20 Milliarden Euro und die operative Marge 35 Prozent betragen. Diese Ziele scheinen erreichbar zu sein: Denn 2011 betrug der Umsatz schon 14,2 Milliarden Euro und die operative Marge 33,1 Prozent.

Das soll noch nicht das Ende der Fahnenstange sein: Unlängst kamen interne Prognosen an die Öffentlichkeit, denen zufolge SAP in 20 Jahren 100 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften könnte. Das ist natürlich spekulativ. Sicher ist, dass Plattner dann nicht mehr aktiv sein und somit auch der letzte Mitgründer die Kommandobrücke verlassen haben wird.

Expansion mit Chancen und Risiken

Der Fokus auf neue Technologien und die gesteigerte Akquisitionstätigkeit bieten Potenzial für dynamisches Wachstum. Doch diese bringen auch Unwägbarkeiten mit sich, weil letztlich nicht vorhersehbar ist, in welchem Umfang sich beispielsweise In-Memory-Datenbanken oder Cloud-Lösungen bei den Anwenderunternehmen durchsetzen werden. Außerdem wird der Konzern durch die Ausweitung des Portfolios heterogener. Dadurch wird es schwieriger, dafür zu sorgen, dass alle an einem Strang ziehen und durch Übernahmen hinzukommende Mitarbeiter integriert werden. Der Wettbewerb wird gewiss nicht einfacher: Durch den Einstieg in den Datenbankmarkt verschärft sich die Konfrontation mit Oracle, und im SaaS-Geschäft gibt bislang Salesforce.com die Richtung vor. Auf strauchelnde Softwarehersteller warten unterdessen Kolosse mit tiefen Taschen, etwa Microsoft oder IBM.

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