Weichenstellung für weitere Expansion: SAP schafft globales Management-Gremium

Mit einem Global Managing Board will der Softwareanbieter SAP die operativen Geschäfte stabilisieren und das Wachstum ankurbeln. Neben den derzeitigen Vorstandsmitgliedern ziehen zunächst Lars Dalgaard und Robert Enslin in das zusätzliche Führungsgremium ein.

Plattner bleibt Aufsichtsratschef

Als Big Boss im Hintergrund wirkt weiterhin Aufsichtsratschef und Mitgründer Hasso Plattner. Die derzeitigen Co-CEOs Bill McDermott und Jim Hagemann Snabe werden sich weiterhin auf die Entwicklung und Umsetzung der Gesamtstrategie konzentrieren. Sie sollen neue Produkte in allen Marktsegmenten voranbringen, die Beziehungen zu den Kunden und Partnern vertiefen und über die Vorstandsbereiche hinweg für bestmögliche Abläufe sorgen. Nach dem CEO-Intermezzo des Zahlenmanns Léo Apotheker haben sie der Technologie, aber auch den Mitarbeitern und den Kunden wieder einen höheren Stellenwert gegeben und bislang Fortune. Sie haben den Sparkurs ihres Vorgängers korrigiert und die Ausgaben sowohl für Forschung und Entwicklung als auch für Marketing und Vertrieb erhöht und die Belegschaft wieder ausgebaut. Nicht zuletzt konnten sie Umsatz und Gewinn steigern, was auch etwas mit der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung zu tun hat. Ihre Verträge wurden unlängst bis 2017 verlängert.

CEO-Duo gibt Detailkompetenzen ab

Die Co-CEOs geben im Zuge des jetzigen Umbaus anscheinend etliche Detailkompetenzen ab: Snabe an Oswald und McDermott an Enslin. Enslin übernimmt die Verantwortung für den globalen Vertrieb sowie die Ecosystem- und Channel-Aktivitäten. Er soll sich um die Vermarktung kümmern, die Kundenbeziehungen intensivieren und dafür sorgen, dass Mehrwerte schneller entstehen. Enslin berichtet weiter an McDermott, der im CEO-Duo für Marketing und Vertrieb zuständig ist, während Snabe sich um Technologie und Produktentwicklung kümmert.

Gerd Oswald bekommt die Verantwortung für das traditionelle On-Premise-Geschäft mit der großen installierten Basis. Dazu gehören die Entwicklung von Applikationen sowie Support und Beratung. Die Einführung neuer Anwendungen, die in der Vergangenheit oft lange gedauert hat und kostspielig war, soll einfacher werden und die bestehenden Abläufe der Kunden nicht beeinträchtigen. Oswalds Nachfolger als Chief Operating Officer (COO) soll Mark White werden, ehedem CFO der nordamerikanischen SAP-Tochter.

Vishal Sikka verantwortet weiterhin die Themen Technologie und Innovation. Als Chief Technology Officer (CTO) ist er auch für angewandte Forschung sowie Inkubation zuständig. Er soll insbesondere die Entwicklung der In-Memory-Technologie Hana und der Datenanalyse sowie der mobilen Datenbanken, Tools und Apps vorantreiben. Werner Brandt bleibt Finanzvorstand, er wird auch künftig alle Finanz- und Administrationsfunktionen von SAP verantworten. Kommissarisch kümmert er sich seit dem unrühmlichen Abgang von Angelika Dammann im Sommer letzten Jahres außerdem um das Personalwesen.