Spielkonsolen unter Konkurrenzdruck: Neue Konsolen braucht der Markt

Neue Gaming-Trends und die Überalterung mancher Technik lässt die Verkaufszahlen bei Spielkonsolen merklich schrumpfen. In Europa und Japan liegt Sonys Playstation 3 vorne, die Amerikaner spielen am liebsten Xbox.

Spielkonsolen müssen immer mehr Marktanteile an neue Konkurrenten im Internet abtreten. (Bild: Kaarsten, Fotolia)

Der Markt für Spielkonsolen hat im ersten Quartal 2012 stark nachgelassen. Auch wenn sich Microsofts Xbox 360 beispielsweise als neuer Marktführer in den USA behaupten konnte, gingen die Verkaufszahlen der Xbox 360 gegenüber dem Vergleichsquartal 2011 weltweit um fast 50 Prozent zurück. Der Umsatzrückgang betrug dank verstärkter Nutzung der Live Angebote rund ein Drittel gegenüber dem Vorjahr. Auch die Aufwertung durch Kinect und damit erschlossene neue Zielgruppen konnten den Rückgang somit nicht abfangen. Ähnlich ergeht es auch Sony mit seiner Playstation 3, die weltweit noch immer die am weitersten verbreitete Konsole mit fast 100 Millionen Einheiten ist und Nintendo, dass mit seiner Wii neue Steuerungskonzepte erst salonfähig machte.

Auch nachgerüstete Motion-Steuerungen und neue Spielideen und Vernetzungsmöglichkeiten können die Konsumenten somit nicht darüber hinwegtrösten, dass die aktuellen Konsolengenerationen bereits ihre Jahre auf dem technischen Buckel haben. So gibt etwa der CEO des US-Spielehändlers GAME, Ian Shepherd, den Herstellern mit auf den Weg, »dass die Kunden für weitere Innovationen bereit sind. Es ist egal, ob es ein Handheld wie der 3DS und Vita oder eine Heimkonsole wie Wii U ist – all das wird die Kunden begeistern und dafür sorgen, dass sie zurückkehren«. Noch müssen sich die Kunden aber auf neue Hardware gedulden. Frühesten im Herbst kommt nach bisherigem Stand Nintendo als erster mit seiner neuen Wii zu den Kunden, bei Sony und Microsoft ist eine neue Generation 2013 wahrscheinlich. Auch wenn Microsoft noch keinen offiziellen Launch-Termin nennt, weist das um 35 Prozent aufgestockte Budget der Entwicklungsabteilung bereits auf verstärkte Arbeiten an einer neuen Xbox-Generation hin.

Doch nicht nur die Technik macht es den Konsolen zunehmend schwer, auch neue Konkurrenten wie Social Games verändern die Branche nachhaltig. Microsoft legt seine Messlatte für die verkaufszahlen einer neuen Generation an Konsolen deshalb bewusst tiefer als beim aktuellen Modell. Dem pflichten auch die beiden US-Analysten Michael Olson und D. Connor bei, die »glauben, dass Konsolen-Gaming sich sein Revier in der digitalen Freizeitgestaltung zunehmend mit Sozialen Netzwerken, Mobile Gaming und Tablet-PCs teilen muss«. Da Gelegenheitsspieler keine hohen Summen in Gaming-Konsolen investieren werden, könnte sich die Idee einer Art günstiger Basis-Konsole mit Internetanschluss, der in Bezug auf die nächste Xbox-Generation diskutiert wird, damit als cleverer Schachzug erweisen.