Offensivere Vermarktung und neue Partnerschaften: SAP greift bei Datenbanken und Entwicklungstools an

SAPs Sybase-Assets sollen einerseits dazu beitragen, die gehypte In-Memory-Technologie Hana zu verbreiten. Anderseits bilden sie die Grundlage für neue Partnerschaften mit Unternehmen aus dem Bereich der Entwicklung mobiler Anwendungen.

»Wir definieren den Datenbankmarkt neu.« Hasso Plattner, Aufsichtsratschef bei SAP

Durch die Übernahme des Softwareherstellers Sybase vor zwei Jahren hat SAP Assets in den Bereichen Datenbanken und Entwicklungswerkzeuge erworben. Diese positioniert SAP nun offensiver und erweitert sie. »Mit der kombinierten Innovationskraft und Expertise von SAP und Sybase definieren wir den Datenbankmarkt neu«, tönt Hasso Plattner, einst Mitgründer und heute Aufsichtsratsvorsitzender von SAP. Laut SAPs Technologievorstand Vishal Sikka sollen die IT-Landschaften dadurch vereinfacht und die Geschäftsziele besser unterstützt werden.

Besonders im Fokus steht bei dem Softwareanbieter seit gut einem Jahr die In-Memory-Datenbank und Appliance Hana. Im vergangenen Jahr setzte SAP damit bescheidene 160 Millionen Euro um. Um die Migration auf Hana bei Kunden anzukurbeln, spendiert der Hersteller nun 337 Millionen Dollar, für die Förderung von Startups, die Applikationen für Hana entwickeln, investiert SAP 155 Millionen Dollar.

Allgemein verfügbar ist jetzt die Option, SAPs Business Warehouse mit Hana einzusetzen. Hana wird außerdem Kern der Real-Time Data Platform von SAP. Die relationale Sybase-Datenbank ASE für operative Transaktionsanwendungen wird für das Applikationspaket Business Suite unterstützt, Hana soll ergänzend dazu Auswertungen in Echtzeit ermöglichen. Mit der Sybase-Datenbank IQ für analytische Anwendungen wird Hana ebenfalls integriert. Die mobile Sybase-Datenbank SQL Anywhere schließlich soll als Frontend für die Appliance Hana dienen, sodass sich deren Echtzeitfähigkeiten auch bei mobilen und eingebetteten Lösungen nutzen lassen.

Bei der Real-Time Data Platform soll zur Modellierung das Sybase-Werkzeug Power Designer fungieren, die Sybase-Technologien Event Stream Processor und Replication Server werden ebenfalls integriert. Zur Handhabung von Big Data ist die quelloffene Technologie Hadoop vorgesehen.

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