Virtualisierung, Clouds und Mobilität verändern die IT: Neue Aufgaben für das Systemmanagement

Um das Systemmanagement ist es ziemlich still geworden, nachdem ambitionierte Vorhaben großer Anbieter erfolglos waren. Die Ausbreitung mobiler Geräte sowie Virtualisierung und Cloud Computing sollten bald für neue Dynamik sorgen.

Virtualisierte Umgebungen und mobile Geräte müssen verwaltet werden

Das eine große Thema ist die Virtualisierung, die durch VMware nach Mainframes und Unix-Rechnern inzwischen auch die Server mit Intels Chip-Architektur x86 erfasst hat. Bei diesem Massenmarkt haben die großen Systemmanagement-Anbieter nach Schwabs Kenntnis das Feld bislang VMware überlassen. Dieser Hersteller beschränkt sich freilich auf die Verwaltung der eigenen Virtualisierungswelt. Microsoft schicke sich mit der Produktlinie System Center an, zu VMware aufzuschließen und berücksichtige neben der eigenen Virtualisierungstechnologie auch solche anderer Anbieter. Der Open-Source-Protagonist Red Hat hat Schwab zufolge mit seinem Hypervisor für Linux zwar ein attraktives Angebot, beim Management aber Nachholbedarf. Citrix konzentriert sich hingegen weitgehend auf die Client-Seite.

Virtualisierung schafft außerdem Voraussetzungen für das Cloud Computing, von dem viele Akteure glauben, dass es mittel- und langfristig die IT-Landschaften verändern wird. Wenn dieses Modell der Datenverarbeitung funktionieren soll, muss jedoch der Automatisierungsgrad erhöht werden. Der Hersteller VMware hat deshalb sein Arsenal an Verwaltungswerkzeugen im vergangenen Jahr stark ausgebaut. Nach Schwabs Eindrücken stößt dieses Angebot bei den Kunden schon jetzt auf gute Akzeptanz: »Die Firmen nehmen die Tools, weil sie sie brauchen.«

Die zweite große Strömung, die neue Aufgaben für das Systemmanagement mit sich bringt, ist die Ausbreitung mobiler Endgeräte. Nach Apples iPhone und iPad gewinnen inzwischen vergleichbare Produkte, die mit Googles Betriebssystem Android arbeiten, ebenfalls an Bedeutung in den Unternehmen. In absehbarer Zeit dürfte Windows 8 als dritte wichtige Plattform für Tablets und Smartphones hinzukommen. Für dieses relativ neue Gebiet gibt es einen Namen – Mobile Device Management (MDM) – und auch erste Verwaltungswerkzeuge von kleinen Herstellern wie Mobile Iron oder Good Technology. Von den Systemmanagement-Schwergewichten ist auch hier bisher nicht viel zu sehen.

Schwab spricht von »Schockstarre«, ist aber optimistisch: »Die großen Anbieter werden wieder aufwachen.« Beim MDM und auch für Virtualisierung und Cloud Computing erwartet er in diesem Jahr von ihnen signifikante Produktangebote. Andernfalls würden sie diese aktuellen und sehr realen Trends verschlafen.

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