Ratgeber Videoformate: So funktionieren DivX, MPEG, TS & Co

Es ist undurchsichtig geworden im Dickicht der Videoformate: Es gibt Dateien mit Erweiterungen wie AVI, MPG, MP4 und TS, und auch schon vor DivX 7 wurden HD-Videos im MKV-Format zum Quasi-Standard. Wir erklären, wie Sie jedes Videoformat abspielen und erstellen.

Auch wenn die Welt der Videokompressionsformate zunächst unzähmbar erscheint: Bei genauem Hinsehen reduziert sich alles auf eine Handvoll Variationen. Denn tatsächlich haben wir es - zumindest bei Nicht-HD-Auflösungen, hauptsächlich mit den Videokompressionsformaten MPEG-1, MPEG-2, MPEG-4-ASP und MPEG-4-AVC zu tun, die mit entsprechender Tonspur, meist MP2, MP3 oder AC3, in einen bestimmten Container verpackt worden sind. Dateierweiterungen wie AVI, TS und MKV geben daher nur an, wie Video- und Tondaten verpackt sind, nicht aber, was wirklich darin steckt.

Der Player VLC verwendet eine eigene interne Codec-Sammlung, die vom Open-Source-Projekt ffmpeg stammt.

Es gibt Ausnahmen: Formate wie WMV, QuickTime, RealMedia und FLV (Flash) bieten einen sehr überschaubaren Satz an Codecs. Zudem lassen sich die Filme durch ihre teilweise proprietären Container nur mit den Original-Playern wiedergeben – theoretisch.

Denn in der Praxis versucht die Open-Source-Gemeinde mit dem ffmpeg-Projekt, alle letztgenannten Videoformate mithilfe einer einzigen Software abspielbar zu machen, sodass die Original-Codecs in der Praxis nicht mehr benötigt werden – wichtig vor allem für Linux-Anwender. Aber auch Windows-Anwender können natürlich davon profitieren z.B. in Form des ffdshow-Codecs, Anwendungen wie VLC (www.videolan.org) oder den zahlreichen kostenlosen Video-Convertern wie Super (www.erightsoft.com/SUPER.htm), XMediaRecode (www.xmediarecode.de ), Avidemux (http://fixounet.free.fr/avidemux) oder Handbrake (http://handbrake.fr).

Container öffnen

Im November 1992 stellte Microsoft die Videotechnologie Video for Windows vor. VfW wurde zwischenzeitlich durch das flexiblere DirectShow abgelöst, das Videostreams mithilfe einer Art Baukastensystem zur Wiedergabe verhilft.

Dieses Baukasten-System ermöglicht es, jede Art von Containern und Codecs unterstützen zu können – sofern entsprechende Module verfügbar, sprich: installiert sind. Eine Einschränkung darf dennoch nicht unerwähnt bleiben: Es gibt verschiedene Typen von Modulen, von denen manche die Daten nicht so weitergeben, dass sich beliebige weitere Module daran anbinden lassen.

Quicktime-, RealVideo- und Flash-Filme lassen sich nicht einfach mit dem Windows Media Player wiedergeben und beliebigen Videoschnittprogrammen öffnen, weil es dafür (offiziell) keine DirectShow-Module gibt.

VLC verwendet ebenfalls nicht die DirectShow-Architektur für die Dekodierung, sondern libavcodec, worauf wiederum das ffmpeg-Projekt aufsetzt. Deswegen kann es ohne die Installation weiterer Codecs mit einer riesigen Anzahl an Containern und Kompressionsformaten umgehen. Dafür wird Hardware-Decoding durch die Grafikkarten-Hardware erst seit nicht allzu langer Zeit unterstützt - Windows 7 bringt Hardwarebeschleunigung für MPEG-2 und MPEG-4 von Haus aus mit.