Digitalisierung im Mittelstand: So gelingt die digitale Transformation

Wie bewerkstelligen Betriebe den digitalen Wandel? Ein Beispiel für gelungene Digitalisierung zeigt ein Mittelständler aus Sachsen-Anhalt.

Es besteht noch Nachbesserungsbedarf

»Künftig geht es mehr um Service und weniger um die Dispo von Aufträgen«, so Ziesemer. Laut Digitalisierungsindex haben das auch viele Mittelständler in Deutschland erkannt: 46 Prozent der befragten Unternehmen halten es für einen entscheidenden Erfolgsfaktor, die digitale Kompetenz ihrer Belegschaft auszubauen. Nur ein Drittel sagt: Die Fähigkeiten ihrer Mitarbeiter in diesem Feld reichen aus.

Vertreter der Arbeitnehmer sehen Nachbesserungsbedarf aufseiten der Unternehmen. Der Ausbildungsreport des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB) ergab: Einer von drei Azubis, der kurz vor den Prüfungen steht, fühlt sich nicht gut auf die digitale Arbeitswelt vorbereitet.

»Diese Zahlen machen uns Sorge«, sagt die stellvertretende DGB-Chefin Elke Hannack. »Berufsschulen und Betriebe müssen gleichermaßen besser werden.« Gut weitergebildet fühlen sich laut Studie vor allem Lehrlinge in großen Unternehmen. Hier sagen 70 Prozent, sie würden gezielt auf die neuen Technologien geschult. Bei kleinen Betrieben bis zehn Beschäftigten bejahten das nur 45 Prozent.

Dabei fühlen sich die Azubis laut einer Studie der SPD-nahen Friedrich-Ebert-Stiftung noch am besten auf die digitalen Technologien vorbereitet. Mit dem Alter der Beschäftigen steige auch der Anteil derjenigen, die sich weniger gut weitergebildet fühlen. 41 Prozent aller befragten Beschäftigten sagten: Sie seien gut weitergebildet, ebenso viele fühlen sich nicht ausreichend unterstützt. Ein Großteil fürchtet dennoch nicht, dass die Digitalisierung den eigenen Job kosten könnte.

Aber was passiert, wenn ein konkretes Projekt völlig neue Jobbeschreibungen von den Beschäftigten erfordert - wie es bei TCS in Genthin mit dem Web-Konfigurator war? Die Entscheidung sei nicht nur mit Freude aufgenommen worden, räumt Fertigungsleiter Hebecker ein. Gerade nicht bei den Mitarbeitern, die für die analoge Konstruktion der Wunsch-Anlagen zuständig waren.

»Sie alle sind jetzt im Konfigurator-Team, haben neue Aufgaben und mussten sich dafür auch weiterbilden«, sagt Hebecker. Das biete neue Chancen, müsse aber gewollt sein. »Das ist nicht alles rosarot. Oft war die Kritik zu hören: Das schaffen wir nicht.« Sie schafften es, sagt Hebecker - und es habe nicht einen einzigen Job gekostet. Stattdessen arbeite das Team jetzt daran, weitere Produkte über den Online-Konfigurator anbieten zu können.

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