»Bananen-Software«: iOS13: Apple-Kunden als Beta-Tester

Mit iOS 13 und iPadOS13 droht Apple seinen Ruf als zuverlässiger Lieferant ausgereifter Software zu verspielen. Nach nicht einmal zwei Wochen gibt es jetzt schon das dritte Update für das iPhone-Betriebssystem.

Mit iOS 13 hielten zahlreiche neue Features, aber auch Bugs Einzug in Apples mobiles Betriebssystem
(Foto: Apple)

Seit Jahren mehren sich die Beschwerden von Profis und Nutzern über sogenannte »Bananen-Software«, die frühzeitig veröffentlicht wird und dann erst beim Kunden reift. Einer der wenigen Hersteller, die weitestgehend über diesen Verdacht öffentlicher Beta-Tests im Realeinsatz erhaben waren, ist Apple – zumindest bisher. Denn auch hier mehren sich schon seit einigen Jahren die Probleme mit vermeintlich fertigen Versionen und Updates. Mit dem neuen iOS mit der vermeintlichen Unglückszahl 13 erreicht jetzt allerdings auch Apple eine, zumindest für seine Verhältnisse, neue Dimension dieses Dilemmas. Noch innerhalb der ersten Woche nach dem Start des Rollouts kam schon iOS 13.1, kurz darauf das Update auf 13.1.1 und weniger als zwei Wochen später ist Apple jetzt bei schon bei der dritten Update-Version 13.1.2 angelangt.

Notwendig waren die schnellen Updates sowohl aufgrund einiger Sicherheitslücken als auch wegen funktionalen Problemen, die etwa die Kamera, Taschenlampe, Display-Kalibrierung, Bluetooth und Cloud-Backups betrafen. Im Netz führte das sofort dazu, dass manch ein Kommentator schon Vergleiche zum Erzfeind Microsoft zieht, der mit seinen Upgrades und Updates für Windows 10 zuletzt mehrfach für erhebliche Probleme bei einigen Nutzern sorgte. Das ist jedoch in zweierlei Hinsicht ein falsches Maß. Einerseits sind die Probleme mit iOS 13 nicht so gravierend und werden deutlich schneller behoben, als dies bei anderen Herstellern üblich ist. Andererseits muss aber auch bedacht werden, dass es Apple bei der Entwicklung deutlich einfacher hat, da man das Betriebssystem ausschließlich für die eigene Hardware erstellt und nicht, wie etwa Microsoft und die darauf setzenden Drittanbieter, für eine unüberschaubare Vielzahl an verschiedensten Hardware-Kombinationen.

Insofern ist es doch erstaunlich, dass Apple dieses Mal offensichtlich so viele Bugs und Lücken übersehen hat. Zumal in diversen Nutzerforen schon wieder die nächsten Probleme auftauchen, die dafür sprechen, dass Apple vorerst weiter mit heißer Nadel an Updates stricken muss. Einige Insider vermuten nun, dass die Abspaltung des iPad-Ablegers iPadOS, das ebenfalls direkt entsprechend gepatcht werden musste, so viele Ressourcen gebunden hat, dass in der Entwicklung schlichtweg schlampiger gearbeitet wurde. Damit stünde zu befürchten, dass schon sehr bald iOS 13.1.3 folgen wird.

Kommentare (1) Alle Kommentare

Antwort von Daniel , 09:43 Uhr

"Einerseits sind die Probleme mit iOS 13 nicht so gravierend und werden deutlich schneller behoben"

Seit dem Update auf 13.1.2 kann mein iPad Air 2

- keine Verbindung mehr zum verschlüsselten WLAN herstellen

- keine Verbindung zur Apple-ID und damit zum iCloud-Backup herstellen

- keine Verbindung mehr per Kabel zu iTunes herstellen

- die allermeisten Apps nicht mehr starten.

Das ist für euch "nicht so gravierend"? Behoben ist da noch nichts. Apple-Support darf ich nicht kontaktieren weil das Gerät zu alt ist. Im Forum werde ich drauf verwiesen, ich könne mein iPad ja komplett löschen und neu aufsetzen. Dass ich dabei alle Daten unwiederbringlich verliere ist den Apple-Jüngern dort egal.

Also wenn Apple da kein Update nachschiebt ist mein iPad unbrauchbar. Für mich ist das sehr gravierend, wenn das Gerät nach vier Jahren tapferem Dienst plötzlich KO gepatched wird. Und mir soll keiner sagen, eine Firma wie Apple hätte das vorher nicht testen können!